25.07.2013

SRF

Grapsch-Aktion sorgt noch immer für rote Köpfe

Christine Egerzegis Beschwerde ist noch nicht bei Roger de Weck eingetroffen.
SRF: Grapsch-Aktion sorgt noch immer für rote Köpfe

Die "Grapsch-Aktion" des Schweizer Fernsehens vom vergangenen Wochenende sorgt noch immer für heftige Diskussionen. Was für die einen ein lustiger, harmloser Scherz ist, stört andere gewaltig. Kritiker finden das Frauenbild der Grapsch-Befürworter bedenklich. "Einen Mann mit Penislänge 27 cm zu suchen, hätte man wohl "total mutig" gefunden. Frauen über ihre körperlichen Geschlechtsmerkmale zu definieren ist aber (wieder) "ganz normal" und "harmlos"“, entrüstet sich etwa eine Leserin auf persoenlich.com und gibt die Antwort auf ihre Fragen gleich selber: "Ist es nicht, denn solche Bilder prägen die Wahrnehmung und unterstützen die Reduktion der Frauen auf Äusserlichkeiten."

Beschwerde muss warten
Als prominenteste Kritikerin outete sich am Dienstag FDP-Ständerätin Christine Egerzegi. Im "Blick" machte sie ihrem Unmut Luft und kündigte eine Intervention auf höchster Ebene an: "Ich werde nächste Woche bei SRG-Direktor Roger de Weck vorstellig werden. Er kriegt etwas zu hören!". Um ihr Anliegen vorzubringen muss sich Egerzegi noch etwas gedulden, denn de Weck ist derzeit in den Ferien, wie SRG-Sprecher Daniel Steiner gegenüber persoenlich.com sagt. "Bis jetzt ist keine formelle Beschwerde eingetroffen. Ich gehe davon aus, dass Ständerätin Christine Egerszegi und Roger de Weck – der gerne pro aktiv auf Kritikerinnen und Kritiker zugeht – sich bei nächster Gelegenheit kurz austauschen", so Steiner.

SRF-Journalisten messen Brustumfänge
Anlass für die Kontroverse ist eine Aktion während der SRF-Live-Berichterstattung über das Gurtenfestival. Andi Rohrer, Radiomoderator bei SRF Virus, musste auf Geheiss von SRF-Zwei-Moderator Robin Rehmann nach einer Festivalbesucherin suchen, die einen Brustumfang von genau 90 Zentimetern hat. Zuschauer der SRF-Zwei-Übertragung des Berner Musikevents konnten mitverfolgen, wie Rohrer bei Konzertbesucherinnen auf Tuchfühlung ging. "Eine potenzielle Kandidatin lehnte ab, die Nächste hatte einen zu kleinen Brustumfang und bei der Dritten fand Rohrer die gesuchten 90 Zentimeter", fasste der "Blick" am Montag die Grapsch-Aktion zusammen.

Mit der Busen-Messerei wollte Rohrer sein neues Strassenquiz "Don’t say it – bring it!" bewerben, bei dem die Teilnehmenden die Fragen nicht zu beantworten haben, sondern die Antworten bringen müssen. Andrea Wenger, Sprecherin des SRF, erklärte denn auch: "Für einmal musste Andi Rohrer eine Aufgabe lösen, wie sie normalerweise die Kandidaten erfüllen müssen. Die Sendung spielt mit Klischees und geht an Grenzen." (eh)


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