Nach dem hauchdünnen Ja zur Haushaltsabgabe sieht Ueli Haldimann, langjähriger Chefredaktor des Schweizer Fernsehens, die SRG in der schwersten Krise seit ihrer Gründung im Jahr 1931.
Das wichtigste Gut, das die SRG zu verteidigen habe, sei ihre Unabhängigkeit, sagt Haldimann im Interview mit der "NZZ am Sonntag". Nun komme es zum "totalen Dammbruch" – die SRG werde zum "Spielball der Tagespolitik".
Die Parteien liessen sich darüber aus, welche Sendungen gestrichen werden müssten. Das habe man immer zu vermeiden versucht. Haldimann weist einen Teil der Schuld für die Entwicklung der SRG selbst zu. In den vergangenen fünf Jahren habe sie es versäumt, neue Programme zu lancieren, die den Service public stärkten.
Stattdessen habe die SRG unter anderem in der Kultur abgebaut. Das merke das Radio- und Fernsehpublikum. Am vergangenen Sonntag hatte das Schweizer Stimmvolk mit nur 3174 Stimmen Unterschied einer geräteunabhängigen Haushaltsabgabe zugestimmt, welche die SRG-Empfangsgebühr ablöst. (NZZaS)

