Gestern gab Publisuisse die Einschaltquoten des SRF für das erste Quartal des laufenden Jahres bekannt (persoenlich.com berichtete). Kurz darauf rief das Bundesverwaltungsgericht ein erneutes Verbot der Zahlenpublikation aus.
In der Medienmitteilung des öffentlichen Medienhauses war die Rede von einer positiven Entwicklung der Zuschauerzahlen und der durchschnittlichen Marktanteile. Was jedoch nicht erwähnt wurde – da es sich in erster Linie um die Zahlen für die ersten drei Monate von 2013 handelte – sind die Einschaltquoten der grossen Live-Reportage "Zürich-West by Night" (persoenlich.com berichtete).
Der "Blick" vom 20. Juni schreibt, dass das SRF mit der zehn-stündigen Sendung "am Publikum vorbei" gesendet habe. Die Rede ist von lediglich 35'000 Personen, die im Durchschnitt die Live-Reportage mitverfolgt hätten. In den ersten beiden Stunden konnten 78'000 Zuschauer gemessen werden, später in der Nacht sassen nur noch 8'000 Personen vor den Bildschirmen, um das Ausgangs-Spektakel aus der Ferne mitzuerleben. Dass diese Zahl unter den Erwartungen des SRF liege, hat SRF-Sprecher Stefan Wyss gegenüber "Blick" bestätigt. Als Erklärung für die unbefriedigenden Einschaltquoten nennt Wyss die Tatsache, dass es wohl "wenig interessant“ sei, "andern im Ausgang zuzusehen."
Für den grossen Live-Bericht waren 110 Mitarbeitende des SRF im Einsatz. Die Kosten seien im Verhältnis zur Länge der Sendung jedoch gering, erklärt Wyss weiter gegenüber "Blick".
Die Tageszeitung weist des Weiteren auf die Quoten-Krise hin, die bei der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt Einzug genommen habe. Das aktuell laufende Abenteuer-Format "Das Experiment" verzeichne zum Beispiel im Durchschnitt gerade mal 20'000 Zuseher. Dass das SRF nicht mehr weiter wachsen werde, betonte Fernsehdirektor Ruedie Matter bereits im April. (lf)

