In einem Interview mit der "Schweiz am Sonntag" äussert sich der Gründer des Jugendsenders Radio 105, Giuseppe Scaglione, zu den Ursachen des 105-Konkurses und Roger Schawinskis Übernahme.
Der Bankrott sei ein "Schock" gewesen, bei dem "alle geweint" hätten, sagt Scaglione gegenüber der Zeitung. Auslöser der Krise sei der Werbeverkauf durch Radio Energy gewesen: "In der Zeit, als Energy die klassische Werbung vermarktete, haben wir die Hörerzahlen und die Umsätze mit dem Sponsoring verdreifacht, nur in der klassischen Werbung passierte das Gegenteil. Dort verloren wir massiv Kunden", so Scaglione im SaS-Interview.
Als der Vertrag mit Energy im Dezember 2012 ausgelaufen sei, hätten seine italienischen Partner versichert, die Durststrecke zu überbrücken. Im Frühjahr 2013 sei aber ihr "überraschender Rückzug" erfolgt.
Zum neuen Eigentümer Roger Schawinski äussert sich Scaglione mit "gemischten Gefühlen": "Fairerweise muss man sagen, dass die Hälfte der Mitarbeiter bei Schawinski nicht untergekommen ist." Enttäuscht zeigt er von der Zürcher Politik: Genau eine Person habe sich nach dem Konkurs bei ihm gemeldet. "Wir haben seit dem UKW-Start nie Rückenwind aus der Zürcher Politik gekriegt."
Die Kritik an der Kostenstruktur und den Löhnen des Radiosenders begreife er nicht: "Wir haben branchenübliche und sogar gewerkschaftlich empfohlene Löhne bezahlt." Er sei stolz auf das Erreichte. Über seine persönliche Zukunft habe er noch keine Entscheide gefällt. (SaS)

