Ein Gericht in Alexandria hat am Montag zwei Polizisten wegen der Tötung der Revolutionsikone Chalid Said zu jeweils zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Die Richter sahen den Tatbestand der schweren Körperverletzung mit Todesfolge als erwiesen an.
Die beiden Drogenfahnder hatten den Blogger Said, der sie wegen korrupter Machenschaften blossstellen wollte, im Juni 2010 beim Verlassen eines Internet-Cafés in Alexandria dermassen schwer misshandelt, dass er an den Verletzungen starb.
Der Tod Saids wurde ein halbes Jahr später zu einem der Auslöser der Revolution gegen das Regime des Langzeitherrschers Husni Mubarak, der im Februar 2011 zurücktreten musste. Die Facebook-Seite, die zu den Massenprotesten aufrief, hatte den Namen "Wir sind alle Chalid Said", eine Anspielung auf die Polizeiwillkür im Mubarak-Regime.
Das Urteil vom Montag ist noch nicht rechtskräftig. Die beiden Polizisten waren bereits im Jahr 2012 zu je sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Appellationsgericht hatte aber das Urteil aufgehoben und ein neues Verfahren angeordnet. Menschenrechtler hatten damals die aus ihrer Sicht zu milden Urteile kritisiert. (sda)
Kommentar wird gesendet...
KOMMENTARE
Kommentarfunktion wurde geschlossen

