Happige Vorwürfe von "Weltwoche"-Medienkolumnist Kurt W. Zimmermann an die Wirtschaftszeitung "Finanz und Wirtschaft". In seiner heutigen Kolumne kritisiert Zimmermann, die FuW habe über Monate bewusst den Aktienkurs von PubliGroupe "heruntergeschrieben", um ihrem Mutterhaus Tamedia eine günstige Übernahme der PubliGroupe zu ermöglichen.
Zimmermann belegt seine Vorwürfe mit verschiedenen Zitaten aus der FuW, unter anderem, dass es die Wirtschaftszeitung ihrem "Arbeitgeber Tamedia gönnen würde, wenn er PubliGroupe zu einem günstigen Preis übernehmen könnte." Zimmermanns Fazit: Die Redaktion integriere sich damit in die "PR-Abteilung ihres Arbeitgebers".
FuW-Chefredaktor weist Vorwürfe zurück
Für "Finanz und Wirtschaft"-Chefredaktor Mark Dittli sind dies "absurde Vorwürfe", die er in aller Form zurückweise, wie er gegenüber persoenlich.com erklärte. Zimmermann benutze zur Stützung seiner These Zitate aus FuW-Artikeln, die völlig aus dem Zusammenhang gerissen worden seien.
Dittli hebt hervor, dass seine Zeitung "schon seit längerer Zeit eine kritische Einstellung zu den Leistungen des PubliGroupe-Managements und –Verwaltungsrat" habe. Dittli wörtlich: "Die absurdeste Unterstellung erhebt Herr Zimmermann, als er schreibt, die FuW habe nach Bekanntgabe des Übernahmeangebots von Tamedia von 150 Franken je PubliGroupe-Aktie mit allen Mitteln zu verhindern versucht, dass der Kurs zu sehr stieg und Tamedia einen merklich höheren Preis zu zahlen hätte."
Dittlis Fazit: Die FuW habe eindeutig Stellung bezogen und das Angebot von Tamedia von 150 Franken je PubliGroupe-Aktie als deutlich zu niedrig taxiert. Zudem habe die FuW das Vorgehen des Tamedia-Verwaltungsrates als "unverschämt dreist" beschrieben.
Dittli wehrt sich gegen Zimmermanns Vorwurf des "Konzernjournalismus". Im Gegenteil, der "Weltwoche"-Kolumnist hätte der FuW zugestehen müssen, "dass sie in der Causa PubliGroupe ein hohes Mass an Unabhängigkeit gegenüber ihrem Mutterhaus Tamedia bewiesen hat."
Weder der Verwaltungsrat noch die Geschäftsleitung der Tamedia hätten je versucht, die Berichterstattung der FuW über die PubliGroupe zu beeinflussen, betonte Dittli. Er hätte dies als Chefredaktor auch nie akzeptiert. (ma)
"persönlich" gehört seit 2008 zur PubliGroupe

