16.10.2013

SRG

"Helveticus" statt "Helvetica"

Das Kinderfernsehen beteiligt sich mit einer Trickfilmserie am Themenmonat. Auch hier: Kaum Frauen.
SRG: "Helveticus" statt "Helvetica"

Der bevorstehende Themenmonat der SRG hat bereits hohe Wellen geworfen: Namhafte Politikerinnen bemängelten, dass die Frauen in den Hauptdokus der 5-Millionen-Franken-Kiste "Die Schweizer" zu wenig, respektive gar nicht berücksichtigt worden seien (persoenlich.com berichtete). Die SRG antwortete umgehend: Bei den entscheidenden geschichtlichen Wendepunkten hatten Frauen "keinen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Schweiz." Mariano Tschuor, Projektverantwortlicher von "Die Schweizer", freute sich über die ausführliche kontroverse Auseinandersetzung mit der Thematik in der Öffentlichkeit.

Das Frauen-Manko sei der abgebildeten Zeit verschuldet, meinte er im Interview mit persoenlich.com: "Hätten wir uns für die Dokumentation des 20. Jahrhunderts entschieden, wäre es überhaupt kein Problem gewesen, prägende Frauen zu zeigen." Und: Dass sich diese Diskussion nun auf die vier männlich dominierten Dokufiction-Filme beschränke, werde dem gesamten Themenmonat schlicht nicht gerecht.

Um dies zu verifizieren, fragten wir bei der Medienstelle der SRG nach dem genauen Inhalt des Kinderprogramms nach. Für die 3-6-jährigen Zuschauer hat die SRG eine Zeichentrickfilm-Serie namens "Helveticus" produziert. In 26 chronologischen, jeweils 4-minütigen Episoden erfahren die Jüngsten etwas über die Geschichte und die Bewohner unseres Landes. Von den Pfahlbauern bis hin zu Bertrand Piccard und seiner Weltumrundung im Ballon. Konzipiert wurde das Ganze in der Romandie, von Chantal Teano und Pascal Voucher.

So weit so gut. Nur: Auf der Übersichtsliste der 26 Folgen tauchen auch hier nur zwei mit weiblicher Beteiligung auf. In Folge 18 geht es um "Johanna Spyri und Heidi", in Folge 24 um "Das Frauenstimmrecht".

Wieso bei diesem Rahmenprogrammteil, der nun offensichtlich auch das 20. Jahrhundert mitberücksichtigt, nicht mehr Frauenschicksale abgebildet wurden und wieso nicht eine "Helvetica" den Kleinen die Geschichte unseres Landes nahebringt, wollte uns bei der SRG-Medienstelle auch nach mehrmaligem Nachhaken niemand beantworten. Die Kurzbeiträge würden bestimmt auch das Interesse der älteren Semester wecken, hiess es knapp. Mehr gäbe es nicht zu sagen. Helveticus ist übrigens - dem Bild nach zu urteilen - ein bärtiger Herr. (as)


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