Für wie glaubwürdig, kompetent oder sympathisch halten die Schweizerinnen und Schweizer die Medien, die sie nutzen? Solche Fragen untersucht Publicom seit 2013 in der MediaBrands-Intermediastudie. Die neuste Untersuchung zeigt: Google steht ganz vorne. Die meistgenutzte sei gleichzeitig auch die sympathischste Medienmarke der Deutschschweizer, schreibt Publicom in einem zusammenfassenden Bericht.
Watson im Aufwind
Punkto Sympathie lasse das Internetunternehmen sogar den traditionsreichen "Beobachter" hinter sich. "Ganz offensichtlich vermag die immer wieder aufflammende öffentliche Kritik am Internetkonzern seinen Sympathiewerten wenig anzuhaben", so Publicom. Grosse Sympathie geniessen weiterhin auch die SRF-Marken, vor allem Radio SRF 1 – trotz knappem Ausgang der RTVG-Abstimmung. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die "NZZ am Sonntag" zulegen, während SRF 2 einen kleinen Rückschlag hinnehmen musste. Den grössten Sympathiesprung konnte 2015 das Newsportal Watson verzeichnen, das sich bereits den zehn sympathischsten Medienmarken der Deutschschweiz annähere.

Zur Ermittlung der "Markensympathie" (vgl. Abb. oben) wurden laut Studienleiter René Grossenbacher die spontane Sympathie ermittelt, die ein Nutzer der visuell präsentierten Medienmarke entgegenbringt.
Wie die Autoren der Studie schreiben, dürfen sich auch viele regionale Medienmarken über starke Sympathien freuen. Das "St. Galler Tagblatt" führt die Rangliste der sympathischsten Regionalmedien an:

Aufsteiger des Jahres ist aber auch hier ein Newsportal. Die Basler Tageswoche schaffte es neu unter die zehn sympathischsten Regionalmedien, trotz interner Turbulenzen.
Mobile-Nutzung auf dem Vormarsch
Neben der qualitativen Ausstrahlung von Medienmarken untersuchte die Studie auch die generelle Mediennutzung der Deutschschweizer. Dabei bestätige sich nicht nur der rasante Vormarsch des mobilen Internets – bereits 70 Prozent der Deutschschweizer nutzen dieses –, es deute sich auch ein Paradigmenwechsel in der Bedeutung der Mediengattungen an: "Für das unter 30-jährige Publikum sind Facebook & Co. bereits heute subjektiv wichtiger als die klassischen, 'staatstragenden' Medien Presse, Radio und Fernsehen", schreibt Publicom. Der Wertschätzung für die traditionellen Medienmarken tue dieser Einstellungswandel aber bisher noch keinen Abbruch. Die oben erwähnten Medienmarken hätten auch bei den Jungen eine starke Ausstrahlung.

mediabrands2015_persoenlich.pdf
Die MediaBrands-Intermediastudie, durchgeführt vom Medienberatungsunternehmen Publicom, ist eine der grössten Medienstudien des Landes. Sie basiert laut Mitteilung auf einer Repräsentativbefragung von über 3'200 Personen in der deutschen Schweiz. Berücksichtigt wurden insgesamt rund 70 Medienmarken (Tageszeitungen, Sonntagszeitungen, Wochenmagazine, Radio- und Fernsehprogramme, Webportale) der deutschsprachigen Schweiz. "Darunter sind diejenigen, die welche die Studie finanzieren. Google haben wir dieses Jahr wiederum miteinbezogen, weil es ein Anliegen unserer Kunden war, auch internationale Akteure zu berücksichtigen, so etwa auch Facebook", sagte René Grossenbacher auf Anfrage von persoenlich.com. Weitere methodische Angaben sind auf publicom.ch zu finden. (eh)
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