Die "Arena" ist wieder im Gespräch. Zwar nicht deshalb, weil die Polit-Diskussionssendung des Schweizer Fernsehens unvermittelt an Brisanz oder Marktanteilen dazu gewonnen hätte. Der Grund liegt vielmehr darin, dass die "Arena" 20 Jahre alt wird und diesen Umstand für eine geschickt vermarktete Jubliäumssendung genutzt hat.
Die Spezial-Sendung vom Freitagabend lebte vor allem davon, dass alle früheren Moderatoren nochmals in den Ring stiegen. Reto Brennwald, Urs Leuthard, Patrick Rohr und Filippo Leutenegger - alle waren ins Leutschenbach gekommen. Dadurch, dass die vier alten "Arena"-Dompteure ihre Wunschgäste einladen durften, fühlten sich die Zuschauer schnell in die legendären Zeiten zurück versetzt, als die Arena noch sagenhafte 50 bis 60 Prozent Marktanteil erreichte. Auch die Gäste selber fanden sich unverzüglich in ihren alten Rollen wieder: Christoph Blocher (SVP-Nationalrat und Alt-Bundesrat) fand markige Worte und gestikulierte mit seinen Armen, während Jean Ziegler (Alt-SP-Nationalrat) vor allem sachbezogen argumentierte und dabei aus dem Gesetzestext und aus "Weltwoche"-Artikeln zitierte. persoenlich.com war bei der "Arena"-Sendeaufzeichnung vom Freitagabend mit dabei und hält hier einige Eindrücke fest:

Frische Luft und ein letztes Telefonat vor Sendebeginn: Filippo Leutenegger moderierte am 27. August 1993, fast vor 20 Jahren, die erste "Arena".

Auch als Ex-Bundesrat bleibt Christoph Blocher ein gefragter Interviewpartner. Nicht nur für die "Arena", sondern auch für andere SRF-Sendungen.

Den Zuschauern wird vor der Sendung ein Apéro, anschliessend ein Nachtessen serviert.

Urs Wiedmer ("Arena"-Moderator), Gerold Bührer (Alt-FDP-Nationalrat) und Ruedi Matter (SRF-Fernseh-Chef) im lockeren Gespräch während der "Aufwärmphase".

Der frühere "Arena"-Moderator Urs Leuthard (heute Chef "Tagesschau") testet die Technik.

Die Notizen im Hosenbund: David Roth (Vize-Präsident der SP) auf dem Weg zu seinem Stehplatz im Studio.

Strikte Vorschriften: Den Gästen wird nach einem wohl durchdachten Plan einen bestimmten Platz zugewiesen.

Die Stirn darf nicht glänzen: eine letzte Schicht Puder für Urs Leuthard vor Sendebeginn.

Breite Beachtung für die Jubiläums-Sendung: Die Politik- und Medienjournalisten etwa von "Blick" oder "NZZ am Sonntag" verfolgen die Sendungsaufzeichnung in einem Vorraum.
Dem Jubliäum sei Dank: Verschiedene Schweizer Zeitungen berichteten ausgiebig über die "Arena". Die "Basler Zeitung", "Berner Zeitung" und etwa der "Blick" veröffentlichten teilweise Hintergründe und lange Vorschauen auf die Jubiläumssendung und im Anschluss daran, las man unter anderem in der "Schweiz am Sonntag", "St.Galler Tagblatt" und im "Blick" darüber.
Doch das öffentlichkeitswirksame Jubiläum wird die hohen Zuschauerzahlen und die frühere Relevanz nicht zurück bringen. Die "Arena" lebt derzeit primär von ihrer Marke, welche stark durch die Geschichte geprägt ist. Und dass die Jubliäumssendung so viel Aufmerksamkeit erreichte, ist vor allem auf nostalgische Erinnerungen an die kultigen 90er- und Nuller-Jahre-Outfits und die Reanimation der legendären Moderatoren zurückzuführen. (eh)

