In der Schweizer Kulturszene brodelt es. Mit Petitionen versuchen prominente Künstler und Kulturfreunde, den Abbau im Kulturprogramm von SRF zu stoppen. Doch weder die SRG-Generaldirektorin Susanne Wille noch die SRF-Direktorin Nathalie Wappler liessen sich bisher von ihrem Sparkurs abbringen.
Nun bieten sich ausgerechnet die Jungfreisinnigen als Retter der Kultur an: Sie fordern einen Umbau der SRG, bei der die Unterhaltung privatisiert, der Hochkultur aber ein sicherer Platz eingeräumt wird. Die Partei hat Anfang August in einem Positionspapier eine klare Unterscheidung zwischen Unterhaltung und Kultur gefordert, schreibt die NZZ am Sonntag. Die Jungfreisinnigen gehören zu den Initianten der Halbierungsinitiative und möchten bei einer Annahme entsprechend Einfluss nehmen. Der Initiativtext selbst sieht weder eine Abschaffung der Unterhaltung, noch eine Privilegierung der Kultur vor.
«Bei der Hochkultur hat die SRG ihre Daseinsberechtigung», wird Jonas Lüthy im Artikel zitiert. Die Unterhaltungssparte hingegen soll privatisiert werden. Als Beispiele nennt Lüthy «Late Night Switzerland» mit Stefan Büsser, die «Landfrauenküche», aber auch Formate wie «Mona mittendrin» oder Dating-Shows, wie sie das SRF bis letztes Jahr mit Gülsha Adilji ausgestrahlt hat. (spo)

