19.03.2010

"Appenzeller Zeitung"

Innerrhoder Regierung informiert Blatt nicht mehr

Grund: Unzufrieden mit der Berichterstattung.

Der Präsident des Innerrhoder Grossen Rats, Ruedi Eberle (SVP), findet es richtig, dass die Standeskommission (Regierung) mit ihrem Boykott und Informationsstopp gegenüber der "Appenzeller Zeitung" ein "Exempel statuiert". Die Redaktion sei klar zu weit gegangen. Eberle sprach am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA die Berichterstattung über das Tourismusmarketing, über den Prozess im Fall der gekündigten Staatsanwältin und die damit verbundene Kritik an Mitgliedern der Standeskommission an. "Wir wurden von der 'Appenzeller Zeitung' als Hinterwäldler dargestellt", sagt Eberle.

Den Entscheid des Landammanns und ehemaligen Innerrhoder Ständerats Carlo Schmid (CVP) findet Eberle richtig. Schmid hatte sämtliche "Appenzeller Zeitung"-Abonnemente der Innerrhoder Verwaltung und der Standeskommission gekündigt und das Blatt mit einer Auflage von 14'000 Exemplaren wenig später mit einer Informationssperre belegt. Die "Appenzeller Zeitung" gehört zur St. Galler Tagblatt AG. Der stellvertretende Chefredaktor, Benno Gemperle, sagte, nächste Woche werde das weitere Vorgehen in dieser Angelegenheit geprüft. Die Redaktion beschaffe sich die Informationen aus Innerrhoden derweil aus dem Internet. Das Innerrhoder Parlament tagt kommenden Montag.

Möglicherweise wird der Knatsch zwischen der Standeskommission und der "Appenzeller Zeitung"-Redaktion dort zur Sprache gebracht. Der Zutritt in den Ratssaal werde der Redaktion jedenfalls nicht verwehrt, sagte Eberle. Der Innerrhoder Ständerat Ivo Bischofberger (CVP) findet den Informationsstopp der Regierung "eigenartig". (sda)



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