14.07.2019

Medienbranche

Interesse am Journalistenberuf sinkt

Bei verschiedenen Ausbildungsstätten geht die Zahl der Anmeldungen zurück, nur SRF kann sich nicht beklagen.
Medienbranche: Interesse am Journalistenberuf sinkt
Wegen stagnierender Löhne oder unklaren Karriereaussichten interessieren sich weniger junge Leute für eine Ausbildung im Journalismus: Ein Redaktor im Newsroom des «Tages-Anzeiger». (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Junge wollen nicht mehr zu Journalistinnen oder Journalisten ausgebildet werden. Gründe dafür seien in den Problemen der Medienbranche zu finden – beispielsweise bei stagnierenden Löhnen oder unklaren Karriereaussichten. Das zeige sich laut einer Umfrage der «NZZ am Sonntag» in verschiedenen Ausbildungsstätten.

Für die Ringier-Journalistenschule seien früher 250 Bewerbungen eingegangen. Heute würden sich noch rund 100 Bewerberinnen und Bewerber für die 15 bis 20 Ausbildungsplätze interessieren. Auch am Maz in Luzern sei die Zahl der Studierenden für die zweijährige Ausbildung um 15 Prozent gesunken, wie die NZZaS berichtet.

Der Studiengang Kommunikation des Instituts für angewandte Medienwissenschaften (IAM) der ZHAW umfasst eine Journalismus- und PR-Ausbildung. Lange Zeit habe sich je die Hälfte in den Journalismus und in die Organisationskommunikation vertieft. Nun würden nur noch 40 Prozent der Studierenden eine Tätigkeit im Journalismus anstreben, 60 Prozent wählen die PR-Vertiefung. Auch an der Universität Zürich ist die Zahl der Studierenden im Fach Publizistik seit 2014 um 33 Prozent gesunken.

Beim SRF sei die Lage entspannter. Für die 13 Stage-Plätze seien 200 Bewerbungen eingegangen. Hier seien journalistische Vorkenntnisse zweitrangig, Fachwissen in Politik, Sprachen und Wissenschaft würden stärker gewichtet. Eine staatliche Förderung der Journalistenausbildung sei im neuen Mediengesetz vorgesehen. Laut «NZZ am Sonntag» sei das Gesetz aber zerzaust worden und werde kaum umgesetzt. (log)


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