Ringier sucht auf dem deutschen Markt nach möglichen Zukäufen. CEO Christian Unger sagte im Interview mit der "Wirtschaftswoche", Ringier fahnde nach "Titeln in qualifizierten Nischen mit hochwertigen Inhalten". Spruchreif sei aber noch nichts. Die beiden deutschen Magazine "Monopol" und "Cicero" werde der Verlag ausbauen - "auch wenn uns die Krise 2009 weh getan hat", so der Unger.
Eine Zweitverwertung der "Monopol"-Inhalte strebt Ringier in Form einer englischsprachigen iPad-Ausgabe an. "Wir übersetzen die deutschen Texte", erklärt Unger das Projekt, das im ersten Quartal 2011 starten soll. Bei "Cicero" arbeite der Verlag weiter an der "Inszenierung der Inhalte": 2009 hatte das Blatt eine Ausgabe mit 160.000 individuellen Covern gedruckt, bei einer anderen Heftfolge begrüßte es alle Bundestagsabgeordneten mit einer persönlichen Titelseite.
Zudem arbeite die "Cicero"-Redaktion weiter an der im Oktober lancierten App, die"voraussichtlich künftig so teuer sein wird wie das Print-Abo" - 84 Euro im Jahr. "Natürlich wird sich das im ersten Schritt nicht rechnen", so der Ringier-CEO, doch müsse diese Investition sein. Wenn die Verlage "es nicht tun", mache es "im Zweifel ein Branchenfremder".

