In Venezuela sind bei den Protesten in den vergangenen Tagen auch elf Journalisten vorübergehend festgenommen worden. Das berichtete die Medien-Gewerkschaft SNTP am Sonntag via Twitter. Zudem seien fünf Reporter von Polizisten geschlagen worden. In mehreren Fällen wurden den Angaben zufolge Kameras und Handys der Journalisten beschlagnahmt. Die Reporter wurden nach Intervention ihrer Medien wieder freigelassen.
Bei den Protesten oppositioneller Studenten kamen vorige Woche drei Menschen ums Leben. Venezuelas linker Staatschef Nicolás Maduro sprach am Sonntag von einem Putschversuch "faschistischer Banden". Er würden entsprechende Aktionen geprüft, um dem entgegenzutreten. Studenten und Opposition wollen dagegen weiter protestieren.
Kommunikationsministerin Delcy Rodriguez kritisierte indes scharf die Verbreitung gefälschter Fotos von den Demonstrationen. Diese seien bei internationalen Medien und in sozialen Internetnetzwerken im Umlauf. Es handle sich um angebliche Bilder von den Protesten in Venezuela. In Wahrheit seien es aber Fotos von Protesten in Ägypten oder Chile. Rodriguez sprach von einer "schmutzigen Kampagne" und kündigte rechtliche Schritte an.
US-Konsularbeamte ausgewiesen
Präsident Maduro verfügte zudem die Ausweisung von drei Konsularbeamten der US-Botschaft in Caracas. Er erklärte am Sonntag, die drei hätten gegen die venezolanische Regierung konspiriert. Die USA hätten ihm eine Botschaft gesandt, um ihn von einem Dialog mit der Opposition zu überzeugen. Zudem habe ihn Washington aufgefordert, alle bei den jüngsten Demonstrationen Festgenommenen freizulassen und den Haftbefehl gegen Oppositionsführer Leopoldo López auszusetzen, erklärte Maduro.
US-Aussenminister John Kerry hatte sich "tief besorgt" über die Spannungen und die Gewalt bei den Protesten gezeigt. Maduro betonte, er werde keine "Drohungen" Washingtons akzeptieren. (sda)

