Knapp zwei Drittel der Deutschen halten Journalisten für manipulativ. Vor allem die Jüngeren haben das Vertrauen in den Journalismus verloren: Von den 14- bis 29-Jährigen sind 70 Prozent der Meinung, dass sich Journalisten nicht immer ethisch korrekt verhalten. Im Gegensatz dazu sind 81 Prozent der Meinung, dass Journalisten für das Funktionieren einer Demokratie wichtig sind. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der Akademie für Publizistik.
Zu ihrem 40-jährigen Bestehen untersucht die Akademie das Image von Journalisten in der Öffentlichkeit. "Die Umfrage zeigt: Das Image ist nicht so gut, wie es sein müsste und nicht so schlecht, wie es sein könnte", sagt Heribert Prantl, Leiter des Ressorts Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung, Dozent und Mitglied des Ethikrates an der Akademie für Publizistik. "Der Journalismus braucht keine Imagekampagne. Er braucht gute Journalisten. Ein Journalismus, dem die Leute trauen und vertrauen, ist wichtiger denn je."
Die forsa-Umfrage offenbart ein gespaltenes Bild von den Journalisten: Am häufigsten schreiben die Befragten den Journalisten die Eigenschaften "gebildet, hartnäckig und gut informiert" zu. 35 Prozent halten Journalisten aber auch für unpräzise. Nur 42 Prozent glauben, dass sie unabhängig sind. "Um das Vertrauen der Menschen in den Journalismus zu stärken, gibt es nur einen Weg: Wir müssen die Qualität unserer Arbeit verbessern", sagt Annette Hillebrand, Leiterin der Akademie für Publizistik. Sorgfalt und Recherche sind für die Berichterstattung essentiell. Journalisten sollen sich nicht nur auf Pressemitteilungen verlassen, sondern die Dinge gründlichst hinterfragen, erklärt Hillebrand.

