Der frühere "Spiegel"-Journalist Jürgen Leinemann ist tot. Er gehörte zu den profiliertesten politischen Journalisten Deutschlands. In der Nacht auf Sonntag ist Leinemann im Alter von 76 Jahren in Berlin gestorben, wie Spiegel-Online am Montagmorgen berichtete.
Seine journalistische Karriere startete Leinemann 1964 bei der Deutschen-Presse-Agentur. 1971 wechselte er zum "Spiegel" - er wurde zum kritischen, genauen Beobachter der Spitzenpolitiker in Bonn, Washington und Berlin. Von 1968 bis 1974 berichtete er aus Washington, beschrieb die dunklen Machenschaften der Wahlkampfhelfer von Präsident Richard Nixon. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland widmete er sich der politischen Klasse in Bonn.
Laut Spiegel.de begleitete Leinemann als Reporter Deutschlands Politiker von den "ersten Schritten auf regionaler Bühne bis hin zum bundesweiten Triumph - und einige auch bis zum Absturz in die politische Bedeutungslosigkeit". Er suchte die Nähe der Mächtigen und wahrte doch kritische Distanz.
2007 erkrankte Leinemann an Krebs. Über seine Krankheit schrieb das Buch "Das Leben ist der Ernstfall", das 2009 erschien. (spon)

