14.03.2020

Coronavirus

Keine Panikmache von den Medien

Über 18’000 Artikel sind in den Schweizer Medien über den Coronavirus erschienen. Eine Analyse der NZZ zeigt: Diese Berichterstattung war angemessen. Die Medien reagierten damit auf die Nachfrage bei der Bevölkerung.
Coronavirus: Keine Panikmache von den Medien
Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga beantworten Fragen von Journalisten am Rande der Frühlungssession. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

 «Wer war zuerst, die Krise oder der Hype?» – dieser Frage geht die Neue Zürcher Zeitung mit einer Datenanalyse auf den Grund. Zwischen dem 10. Februar und dem 10. März seien laut der schweizerischen Mediendatenbank SMD 18’736 Artikel zum Thema Coronavirus oder Covid-19 erschienen, im Schnitt also 625 Texte pro Tag.

Die NZZ hat die Intensität von Medienberichten mit der Intensität von Google-Suchanfragen für denselben Zeitraum verglichen. So lasse sich für jeden Tag feststellen, ob das Angebot der Medien oder das Interesse der Nutzer höher sei. Der Höhepunkt in der Medienberichterstattung war laut NZZ der Dienstag, 4. März, mit 2089 Artikeln. Schon fünf Tage früher, am Freitag, 28. Februar, habe Google den Höchstwert an Suchanfragen zu Coronavirus verzeichnet. 

Die NZZ kommt zum Schluss: Der Vorwurf, dass die Medien zu viel berichten, konnte damit nicht bestätigt werden: Die Nachfrage bestimmt offenbar das Angebot. Gleicht man das Interesse der Bevölkerung mit dem Volumen der Berichterstattung ab, so zeigt sich, dass Medien angemessen über das Coronavirus berichten. (wid)



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Kommentare

  • Christian Spörri, 16.03.2020 12:34 Uhr
    Auch den nichtsagenden Kommentar von Blickhasser Victor Brunner kann man vergessen....
  • Natalie Hinzmann, 16.03.2020 11:35 Uhr
    Das Volumen sei weniger das Problem als die Art und Weise, wie darüber berichtet wird. Es ist eine Schande, dass in Krisensituationen die Quotenjagd mit dramatischen Schlagzeilen vielerorts nach wie vor höchste Priorität zu haben scheint. Während sich Behörden darum bemühen, die Ruhe in der Bevölkerung zu waren, sehen sich gewisse Medien wohl eher in der Verantwortung, Bilder von leeren Regalen zu zeigen und damit Unsicherheiten zu stützen, anstatt der Panik mit Bildern von vollen Regalen am nächsten Morgen entgegenzuwirken. Wirtschaftlichen Erfolg in einem kapitalistischen System verzeichnen zu wollen ist ja nichts neues und zum grossen Teil für den Fortbestand eines Unternehmens notwendig - und in solch einer Lage, in der positiv moralisierende Handlungen wünschenswert wären, umso trauriger, deprimierend und enttäuschend.
  • Max Röthlisberger, 14.03.2020 18:15 Uhr
    Bereits am zweiten Tag war der Tatbestand "Schreckung der Bevölkerung" (Art. 258 StGB) erfüllt. Es wurde ja nicht berichtet, sondern hunderte Artikel mit Fragezeichen im Titel veröffentlicht. Fehlinformationen und Geplapper bis zum geht nicht mehr. Die freie Presse ist gerade dabei, den allerletzten Goodwill der Lesenden aufs Spiel zu setzen. Uns soll es recht sein, ein wenig natürliche Ausdünnung kommt uns sehr entgegen !
  • Victor Brunner, 14.03.2020 15:55 Uhr
    Es waren zuviele Atikel und schwierig die zu finden die wirklich substantielle Informationen enthielten. Zuviele selbsternannte Experten, zuviele "nice-to-have" Artikel und zuviele die nach wenigen Stunden die Realität nicht mehr abbildeten! Wie immer hat sich da die Dufourstrasse "profiliert", auch Walder und Dorer haben sich mit nichtssagenden Texten zu Wort gemeldet. Profilierung auf Kosten einer anspruchsvollen Situation!
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