12.06.2019

Fall Spiess-Hegglin

Keystone-SDA korrigiert Agenturmeldung

In der Berichterstattung zum Rechtsstreit zwischen Jolanda Spiess-Hegglin und Ringier ist die Formulierung «Sex-Affäre» verwendet worden. Mehrere Medien entschuldigten sich dafür auf Twitter. «Es ist mir wichtig, dass die Medien aus diesem Fall lernen», so Spiess-Hegglin.
Fall Spiess-Hegglin: Keystone-SDA korrigiert Agenturmeldung
«Seit Jahren stelle ich Begriffe wie Sex-Affäre oder Sex-Skandal in mühsamer Kleinstarbeit richtig», so Jolanda-Spiess-Hegglin. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Seit Jahren kämpft die ehemalige Zuger Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin dagegen an, dass Medien die Vorkommnisse an der Zuger Landammannfeier 2014 als «Sex-Affäre» betiteln. Am Dienstag – als bekannt wurde, dass sowohl Spiess-Hegglin als auch Ringier ein Urteil an die nächste Instanz ziehen – verwendete die Nachrichtenagentur Keystone-SDA diese Formulierung. Prompt wurde der Begriff «Sex-Affäre» von diversen Zeitungen so übernommen. Nachdem Spiess-Hegglin via Twitter intervenierte, entschuldigten sich einige Medien für diese Passage – oder bedauerten es zumindest:


Keystone-SDA verschickte am Mittwoch an ihre Kunden eine Notiz zur Formulierung «Sex-Affäre». «Diese Formulierung ist in diesem Kontext nicht geeignet und hätte nicht verwendet werden dürfen», heisst es. Der Text sei im Archiv umformuliert worden, damit der Satz nicht reproduziert werde und nicht mehr in die künftige Berichterstattung zum Thema einfliesse.

Auf Anfrage von persoenlich.com sagt Spiess-Hegglin: «Ah, schön. Wenigstens das.» Sie sei am Dienstag auf Twitter deswegen ziemlich beschäftigt gewesen. «Ich dachte zwischendurch, dass die Medienschaffenden es verstanden haben, dass diese Formulierung sexistisch, stigmatisierend, aber vor allem auch falsch ist. Sex ist was Positives.» Was sie erlebt habe, sei das denkbar Gegenteilige. «Sowas muss niemand verniedlichen, skandalisieren oder falsch darstellen. Ausserdem wurde dieser Begriff ironischerweise in diesem Artikel, um welchen es nun vor Gericht geht, von ‹Blick› konstruiert», so Spiess-Hegglin weiter. Es sei ihr wichtig, dass die Medien aus diesem Fall lernen würden – deshalb halte sie ihnen auch immer wieder den Spiegel vor. (cbe)



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