Die juristische Aufarbeitung des Kachelmann-Prozesses sei noch lange nicht vorbei, schreibt die deutsche Branchenplattform meedia.de. Der ehemalige Wettermoderator verklagt die Medien Bild, Focus und Bunte auf Schmerzensgeld in der Höhe von über drei Millionen Euro. Die entsprechende Klage sei kurz vor Ablauf der Verjährungsfrist, Ende 2013, eingereicht worden.
Jörg Kachelmann wurde im Mai vom Mannheimer Landgericht 2011 vom Vorwurf freigesprochen, seine frühere Freundin vergewaltigt zu haben. Kachelmann verlor im Zuge des Prozesses und der medialen Begleitung seine Stelle als Wetterexperte bei ARD und auch seine Firma. Über seinen Medienanwalt hat Kachelmann in der Zeit nach dem Freispruch zahlreiche Persönlichkeitsrechtverletzungen rechtskräftig feststellen lassen und zahlreiche Klagen auf Unterlassung durchgesetzt, so meedia.de.
Insgesamt 3,25 Millionen Euro
Bereits 2010 eröffnete er über die Kanzlei Höcker ein Mahnverfahren gegen Bild und Bild.de. Kachelmann soll von der Bild-Zeitung 1,5 Millionen Euro und von Bild.de 750’000 Euro Geldentschädigung als Ausgleich für erlittene Persönlichkeitsrechtsverletzungen fordern.
Bislang in der Öffentlichkeit unbekannt war, dass Kachelmann auch von den Burda-Medien Bunte und Focus Geldentschädigung will. Diese soll er auf je 500’000 Euro verklagen. Damit summiert sich die geforderte Geldentschädigung auf 3,25 Millionen Euro. Das dürfte die höchste Schmerzensgeld-Summe sein, um die es vor einem deutschen Gericht bisher ging.
Die von Kachelmann verklagten Medien haben laut Auskunft seines Anwalts noch nicht auf die Klageschrift reagiert, die Fristen laufen noch. Rechtsexperten gehen aber davon aus, dass der Fall noch im Laufe des Jahres vor Gericht geht.

