Die «Weltwoche» hat ein neues Testimonal: den bekannten Rapper Knackeboul. Das Köppel-Blatt benutzt ihn als Werbesujet, nachdem er unter seinem bürgerlichen Namen David Lukas Kohler auf Facebook und Twitter gegen die «Weltwoche» gewettert und seine «Freunde aus Kunst und Kultur» aufgefordert hatte, nicht mit diesem «Schundblatt zu reden» (vgl. Facebook-Post ganz unten).
Sauer aufgestossen ist dem Rapper, dass ihn die «Weltwoche» auf ihrem aktuellen Titelblatt als «Hassprediger» bezeichnet hatte. Für Köppel gab Knackebouls Tweet den Anstoss für ein Inserat, welches in den nächsten Tagen in anderen Medien geschaltet werden soll und jetzt auch auf den sozialen Medien zu sehen ist. Darin wird unter Knackebouls Bild und seinem Twitterzitat «Meinungsvielfalt und Debatte statt Hass und Gesprächsverweigerung» gefordert (vgl. Abbildung oben).
«Verdammte Hurensöhne»
Auslöser für den Disput zwischen dem Rapper und der «Weltwoche» ist ein Portrait von Kulturredaktor Rico Bandle, das in der neusten Ausgabe der Zeitschrift unter dem Titel «Der Fall Knackeboul» zu lesen ist. Bandle schreibt, dass Knackeboul, der einer der «talentiertesten Entertainer der Schweiz und ein freundlicher und geselliger Mensch» gewesen sei, bis er sich in den «politischen Kampf» stürzte. So habe er die junge SVP auf Twitter als «gottverdammti Hueresöhn» mit «rassistischer Kackscheisse» bezeichnet, da eines ihrer Mitglieder nach den Terroranschlägen von Barcelona ein Foto mit toten Kindern veröffentlicht habe.
Knackebouls Fazit: «Jetzt gehe ich dann in die Politik, um diese kranken Kerle herunterzuknebeln.» Im Artikel verweist die «Weltwoche» zudem auf einen Disput zwischen Knackeboul und Chefredaktor Roger Köppel im Nationalratswahlkampf vor zwei Jahren, wo man Köppel bei einer öffentlichen Diskussion als «Rassisten» beschimpft und ihm regelmässig das Mikrofon abgestellt habe, sobald er etwas sagen wollte. Knackeboul habe später aber eingeräumt – so Bandle in seinem Text –, dass bei dieser Diskussion etwas falsch gelaufen sei.
Wie der Entertainer und freie Mitarbeiter von watson.ch auf die Verwendung seines Bildes als «Weltwoche»-Werbeträger reagiert, ist noch offen. Er sei aber – gemäss Köppels Blatt – «ein sympathischer Kerl, an welchem Jugendliche ebenso Freude haben wie deren Eltern». Werbetechnisch gesehen das perfekte Testimonial.


