13.07.2020

Presserat

Kritik an Artikel über Fest einer Chefärztin

Ein Artikel im Boten der Urschweiz über die Abschiedsparty einer ehemaligen Chefärztin an der Klinik Zugersee habe die Wahrheitspflicht verletzt.
Presserat: Kritik an Artikel über Fest einer Chefärztin
Vom Presserat gerügt: Der Bote der Urschweiz ist die älteste Zeitung der Zentralschweiz. (Bild: Keystone-SDA/Urs Flueeler)

Titel und Untertitel des Artikels im Boten der Urschweiz seien nicht wahr, hiess es in der am Montag veröffentlichten Stellungnahme. Es habe kein «unbewilligtes 53'000-Franken-Fest in der Psychiatrischen Klinik» gegeben. Aus dem mehrfach im Artikel  angesprochenen Bericht der Finanzkontrolle gehe hervor, dass der Abend knapp ein Fünftel dessen gekostet habe, was der Titel auf der Frontseite suggeriert habe.

Unwahr seien auch Passagen im Hauptartikel selber, der von einem «grossen und nicht minder teuren Fest» spreche, «an welchem es offenbar an nichts mangelte». Am Liederabend mit Konstantin Wecker habe es unbestrittenermassen nur äusserst bescheidene Tranksame und Weckers Lieder gegeben, schreibt der Presserat.

An der wesentlich teureren zweiten Veranstaltung, von der im Artikel aber nicht die Rede gewesen sei, sei es um ein Symposium und ein Abendessen für Eingeladene gegangen. Diese Veranstaltung sei möglicherweise deutlich zu teuer gewesen, aber selbst dann sei diese mit einem «Fest, an welchem es an nichts mangelte», falsch beschrieben worden.

Der Bote der Urschweiz hat laut dem Presserat der Anhörungspflicht knapp Genüge getan, indem die Zeitung den fertigen Artikel dem Verfasser des Berichts der Schwyzer Finanzkontrolle vorgelegt habe und dieser den Text so als korrekt akzeptierte. Eine Anhörung der Beschuldigten wäre aber nach Auffassung des Presserates in diesem Fall, wenn auch laut Kodex nicht zwingend, sodoch angezeigt gewesen. 

Laut Presserat trifft es nicht zu , dass dass die Chefärztin Gelder zweckentfremdet und ihre Kompetenz überschritten hat. (sda/eh)

 

 

 

 



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