28.10.2020

Schleichwerbung

Kritik an Dekor bei Federer-Interview

Die SRF-Sendung «Sportpanorama Plus» hat bei einem Interview mit dem Schweizer Tennisstar Roger Federer gegen das Werbeverbot verstossen.
Schleichwerbung: Kritik an Dekor bei Federer-Interview
Während des Interviews war im Hintergrund das Branding des On-Laufschuhs «The Roger» zu sehen. (Bild: Videostill SRF Sportpanorama)

Die Ombudsstelle des Deutschschweizer Radio und Fernsehens SRG hat eine entsprechende Beanstandung gutgeheissen.

Ein Fernsehzuschauer hatte bemängelt, dass die Dekoration des Studios während des Interviews mit dem Tennisspieler im blauen Ton von Federers neuem Schuh «The Roger» gehalten war. «Wo ist die Grenze zwischen Service public und Eigeninteresse», hatte der Zuschauer geschrieben, wie die Ombudsstelle in ihrem Schlussbericht mitteilte.

Die zuständige Redaktion betonte in ihrer Stellungnahme die «ausserordentliche Situation des Interviews». Denn die Talkrunde mit Federer und der Triatlethin Nicola Spirig habe aus Zeitgründen im gleichen Studio und gleich neben dem bereits fix installierten Dekor der Schuhmarke stattfinden müssen.

Die Crew habe zwar versucht, die ausgestellten Schuhe und die mit einem Branding versehenen Dekorteile möglichst nicht im Bild zu zeigen. Doch leider habe sich erst nach dem Interview herausgestellt, dass es nicht gelungen sei, die Details des Schuhs auszublenden.

Auch das nachträglich Verpixeln des Logos sei zu wenig in Betracht gezogen worden. Trotzdem sei deutlich geworden, dass zwischen SRF und Federer keine Absprachen gemacht worden seien und keine Geldflüsse stattgefunden hätten.

Die Ombudspersonen anerkennen in ihrer Stellungsnahme zwar die «besonderen Umstände» des Drehs. Doch gemäss Gesetz sei der Gesamteindruck entscheidend. Und dieser sei vom Firmenlogo «stark mitgeprägt» gewesen. Die Erläuterungen der Redaktion hätten «die Missachtung der gesetzlichen Vorgaben» nicht rechtfertigen können. (sda/eh)

 

 



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Kommentare

  • Heinrich von Grünigen, 29.10.2020 11:56 Uhr
    Es ist ja begrüssenswert, dass der neue Ombuds-Besen bemüht ist, so gut wie möglich zu fegen... aber wenn man diese Einschätzung konsequent anwendet, dürfte SRF mit dem heiligen Sankt Roger gar kein Interview mehr machen, denn sein Gesicht allein - auch wenn er nicht singt - steht identisch für so viele Markenprodukte, dass dies gleich mehrmals verurteilt und sanktioniert werden müsste.......
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