24.10.2010

Kurt Imhofs Vorwürfe sind überzogen und fragwürdig

fög-Bericht: Eine Analyse von Tamedia-Verleger Pietro Supino.

Mitte August veröffentlichte der Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich das Jahrbuch Qualität der Medien. Das Team um Prof. Kurt Imhof ging darin mit der Schweizer Presse hart ins Gericht. Newsportale und Gratiszeitungen zerstörten die Qualität der Medien. Diese Entwicklung sei eine Gefahr für die Demokratie. Jetzt kontert Tamedia-Verleger Pietro Supino in einem fünfseitigen Artikel im Magazin. Die Behauptung, die Demokratie sei in Gefahr, sei Unsinn, schreibt Pietro Supino in seiner Replik. Das Jahrbuch Qualität der Medien bleibe es schlicht schuldig, diese Gefahr zu belegen.

Supino im Wortlaut: "Nie war das Angebot an Informationen so vielfältig und breit wie heute. Vor dreissig Jahren konnte ein Schweizer Mediennutzer je nach Wohnort zwischen zwei oder drei Tageszeitungen, neun Fernsehkanälen, einigen wenigen Radiostationen, einer Sonntagszeitung und einem Gratisanzeiger wählen." Heute hingegen stünden den Bürgern neben einer oder zwei regionalen Tageszeitungen in der Regel zwei Pendlerzeitungen, mehrere Sonntagszeitungen, mindestens ein Lokalradio und ein Lokalfernsehen und darüber hinaus mehr als 200 Kabel-TV-Sender, 75 terrestrische Radiostationen und rund 200 Millionen registrierte Webseiten im Internet zur Verfügung. "Für uns Verleger ist diese Entwicklung eine Herausforderung. Für die Nutzer ist sie zweifellos ein Gewinn."

Kurt Imhof und sein Team vom Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft an der Universität Zürich (fög) würden diesen Wandel schlicht nicht wahrnehmen, so Supino. Die erhobenen Vorwürfe seien deshalb überzogen und vom wissenschaftlichen Standpunkt aus fragwürdig.

Der vollständige Artikel bei tagesanzeiger.ch.


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