04.08.2022

Untersuchung

Kurt Pelda äussert sich zur Befragung

Der Sonderermittler Peter Marti hat letztes Jahr prominente Journalisten zur sogenannten «Crypto-Affäre» in die Zange genommen, weil geheime Informationen an die Medien gelangt waren. Auch der Kriegsreporter Kurt Pelda wurde befragt. Nun nimmt er dazu Stellung.
Untersuchung: Kurt Pelda äussert sich zur Befragung
«Wegen so einer Lappalie den ganzen Justiz-Zirkus aufbieten?», so Kurt Pelda zu seiner Einvernahme durch den Sonderermittler. (Bild: ARD)

Wie persoenlich.com am Montag exklusiv berichtete, hat Sonderermittler Peter Marti auch bekannte Journalisten wie Res Strehle, Thomas Knellwolf, Marcel Gyr oder Kurt Pelda wegen ihrer Berichterstattung über die «Crypto-Affäre» befragt. Letzter hat jetzt gegenüber Insideparadeplatz zu dieser Vorladung in einem Gerichtsaal des Zürcher Obergerichts Stellung genommen. Er habe sich eher wie ein Beschuldigter gefühlt, so Pelda. Marti habe wissen wollen, woher Tamedia, der damalige Arbeitgeber von Pelda, die Informationen habe. Er habe sich daraufhin auf den Quellenschutz und das Informationsgeheimnis berufen. Ausser Marti und Pelda sei niemand dabei gewesen, so der frühere Weltwoche- und heutige CH-Media-Mitarbeiter weiter. Marti habe ihn befragt und gleichzeitig Protokoll geführt. Bei der späteren Einsicht sei ihm aufgefallen, dass Antworten, die dem Sonderermittler nicht gefallen hätten, einfach verkürzt wiedergegeben wurden. Für Pelda war die Vorladung ein Einschüchterungsversuch. «Wegen so einer Lappalie den ganzen Justiz-Zirkus aufbieten?» kritisiert der prominente Kriegsreporter gegenüber Insideparadeplatz.

Bemerkenswert, dass sich die ganze Berichterstattung über den Einsatz des Sonderermittlers fast ausschliesslich auf das Verhältnis zwischen Bundesrat Berset und dem Ringier-Konzern und dessen CEO, Marc Walder, beschränkt. Die nun bekannten Namen der befragten Journalisten von Tamedia und NZZ wurde in den grossen Tageszeitungen nicht erwähnt. (ma)



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Kommentare

  • René Lüchinger, 05.08.2022 10:28 Uhr
    Wenn das so ist, wie Pelda sagt, und es gibt keinen Grund daran zu zweifeln, sollte man die Arbeitsweise dieses Staatsanwalts öffentlich machen und aufzeigen, wie er ihm nicht genehme Aussagen verkürzt. Sollte dieser Staatsanwalt nämlich ein persönliches Problem mit der Presse haben, ist er der falsche Mann am falschen Ort. Dass Journalisten und Journalistinnen nun einmal recherchieren, liegt in der Natur ihres Jobs und solange sie das mit legalen Mitteln tun, ist dagegen auch nichts einzuwenden, auch wenn dies diesem Staatsanwalt nicht passt.
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