Die Investigativjournalistin Laetitia Guinand hat zur umstrittenen Reise des Genfer FDP-Staatsrats Pierre Maudet nach Abu Dhabi recherchiert und verschiedene Fakten enthüllt. Nun berichtet die Radiojournalistin beim Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) seit Oktober nicht mehr. «Laetitia Guinand ist aktuell krankgeschrieben», wird Chefredaktor Laurent Caspary im «Tages-Anzeiger» zitiert.
Pierre Maudet und andere von Guinands Recherchen Betroffene hätten bei der RTS-Chefredaktion interveniert, was Caspary gegenüber dem «Tages-Anzeiger» bestätigte. Man habe aber nie einen Beitrag von der RTS-Homepage genommen. Zudem habe Caspary Gerüchte dementiert, wonach die Chefredaktion der 42-Jährigen journalistische Fehlleistungen vorwerfe.
Wegen des Umgangs mit Laetitia Guinand soll nun die RTS-Spitze selbst unter Druck geraten sein. Dutzende Genfer Politiker, Kulturschaffende und Journalisten haben sich laut Tagi mit einem «Plädoyer für die Pressefreiheit» an RTS-Direktor Pascal Crittin gewandt. In einem Schreiben kritisierten sie die «langanhaltende und unerklärbare Stille» der Radiojournalistin.
Die letzte Maudet-Recherche der Investigativjournalistin war im Oktober in der Sendung «Rundschau» im Deutschschweizer Fernsehen erschienen. Im Westschweizer Fernsehen wurde die Reportage hingegen nie ausgestrahlt.
Wann Guinand wieder ans Radiomikrofon zurückkehrt, ist unklar. Ihr Anwalt Romain Jordan sagte gegenüber dem «Tages-Anzeiger»: «Das Radio hat mir mehrmals versichert, dass die Arbeit meiner Klientin exzellent und seriös sei. Das soll es endlich allen genau so sagen.» (as)
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29.11.2018 19:32 Uhr

