Die ehemalige deutsche Biathletin Laura Dahlmeier ist beim Bergsteigen im pakistanischen Karakorum-Gebirge tödlich verunglückt. Die 31-Jährige war am Montag am Laila Peak auf rund 5700 Metern Höhe während eines Abseilmanövers von einem Steinschlag getroffen worden. Das teilte ihr Management am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur (DPA) mit. Pakistanische Behörden bestätigten Dahlmeiers Tod unter Berufung auf das Rettungsteam.
Seit Dezember 2019 stand Laura Dahlmeier dem ZDF-Sportteam als Biathlon-Expertin zur Verfügung. Mit zwei olympischen Goldmedaillen, 33 Weltcup-Siegen, zahlreichen WM-Medaillen und als Gesamtweltcup-Siegerin (2016/2017) zählte sie zu den international erfolgreichsten Biathletinnen. Im Mai 2019 beendete sie im Alter von 25 Jahren ihre Karriere.
«Mit grosser Bestürzung haben wir vom tragischen Tod unserer Kollegin Laura Dahlmeier erfahren. Sie gehörte seit bald sechs Jahren als Fachexpertin zu unserer ZDF-Familie», wird ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten in einer Mitteilung zitiert. «Ihr Engagement, ihr Wissen und ihre Leidenschaft für den Sport haben unsere Berichterstattung bereichert und sie zu einer hochgeschätzten Stimme im ZDF gemacht. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie und ihren Freunden. Laura hat viele Menschen inspiriert. Wir werden sie in dankbarer Erinnerung behalten.»
ZDF-Sportchef Yorck Polus: «Laura Dahlmeier war eine Ausnahmeathletin, die auch abseits des Profisports immer neue Wege ging. Sie hat dem ZDF-Publikum den Biathlonsport kenntnisreich und authentisch nahegebracht. Wir trauern um eine grosse Sportlerin, eine geschätzte Kollegin und beeindruckende Persönlichkeit.»
Rettungsaktion erfolglos eingestellt
Die Rettungsaktion zur Bergung sei erfolglos geblieben und deshalb eingestellt worden. Nach den Schilderungen der Seilpartnerin zur Schwere der Verletzungen sei davon auszugehen, dass Dahlmeier sofort tot war. Die Seilpartnerin versuchte über viele Stunden, Dahlmeier zu bergen, was aber in dem schweren Gelände und wegen des weiter anhaltenden Steinschlags unmöglich war.
Die Bergung des Leichnams sei für die Rettungskräfte unter den aktuellen schwierigen Bedingungen mit Steinschlag und einem Wetterumschwung am Laila Peak mit einem zu hohen Risiko verbunden und nicht realisierbar.
«Es war Laura Dahlmeiers ausdrücklicher und niedergeschriebener Wille, dass in einem Fall wie diesem niemand sein Leben riskieren darf, um sie zu bergen», teilte das Management mit. «Ihr Wunsch war es, ihren Leichnam in diesem Fall am Berg zurückzulassen.»
«Wir nehmen Abschied von einem grossartigen Menschen», teilte die Familie mit. «Laura hat mit ihrer herzlichen und geradlinigen Art unser Leben und das Leben vieler bereichert. Sie hat uns vorgelebt, dass es sich lohnt für die eigenen Träume und Ziele einzustehen und sich dabei immer treu zu bleiben.»
Dahlmeier befand sich seit Ende Juni in der Region und hatte am 8. Juli erfolgreich den Great Trango Tower (6287 Meter) bestiegen. Der Laila Peak war das zweite geplante Gipfelziel. (pd/sda/dpa/cbe)
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31.07.2025 08:38 Uhr

