25.02.2011

SRF

Leiter Wirtschaftsredaktion geht

Rainer Borer wechselt auf die PR-Seite.

Rainer Borer, Leiter der Fachredaktion Wirtschaft der Abteilung Chefredaktion Radio, verlässt SRF und wechselt per 1. September 2011 zur Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht. Ist es seine Traumstelle? Wird er für diesen PR-Job nochmals eine Zusatzausbildung machen? "persoenlich.com" hat ihn befragt.

Herr Borer, Sie verlassen also SRF. Warum dieser Schritt?

Nach mehr als 20 überzeugten Jahren im Dienste des öffentlich-rechtlichen Radios und nach einem Nachdiplomstudium an der Universität St. Gallen mit dem Schwerpunkt "Change Canagement", hatte ich selbst Lust auf eine persönliche Veränderung. Der Lockruf der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht kam zur rechten Zeit und war attraktiv. Die Finma, die erst vor gut zwei Jahren aus der Eidgenössischen Bankenkommission und dem Bundesamt für Privatversicherungen entstanden ist, ist eine noch junge Organisation mit einer zentralen Rolle im Finanz-Bereich. Funktioniert die Aufsicht schlecht oder nicht, kann das höchst negative Folgen für die Volkswirtschaft der Schweiz haben. Hier mitwirken zu können ist eine grosse Herausforderung.

Inwiefern ist der Job bei der Finma eine Traumstelle?

Wie die SRG ist auch die Finma ein Art "Service Public", ein Dienst am Gemeinwohl. Und wie die Journalisten der SRG muss die Finma unabhängig und glaubwürdig sein. Das ist der Berührungspunkt zwischen meiner alten und der neuen Aufgabe. Ich würde mich als klassischen "service-public"-Typen bezeichnen. Die Fokussierung auf die Überwachung der Finanzindustrie und die Stärkung des Finanzplatzes erlaubt mir zudem, mich inhaltlich und fachlich in einem höchst spannenden Fachgebiet weiter zu vertiefen. Einem Gebiet überdies, das im Moment grossen Veränderungen unterworfen ist.

Sie wechseln auf die PR-Seite. Werden Sie nochmals eine Ausbildung machen oder genügen Ihre Kenntnisse und Berufserfahrungen?

Ich denke, dass ich das kommunikative Rüstzeug, jahrelange journalistische Erfahrung, viele Journalistenkontakte und die ebenfalls nötige Portion gesunden Menschenverstands mitbringe.

Sie sind "Verantwortlicher Strategische Kommunikation". Welches werden Ihre Hauptaufgaben sein?

Ich werde für die interne und externe Kommunikation der Finma verantwortlich sein – und zwar vor allem auf der strategischen Ebene. Dabei geht es einerseits um eine Beratung von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung in Sachen Kommunikation. Andererseits geht es darum, die vielen hochqualifizierten Fachspezialisten der Finma in den drei Geschäftsbereichen Banken, Versicherungen und Märkte kommunikativ so zu begleiten, dass ihre Berichte und Rundschreiben verständlich und mit einer klaren Aussage bei den Adressaten, nämlich den beaufsichtigten Instituten und der Öffentlichkeit, ankommen.

Wie gross ist die gesamte Kommunikationsabteilung? Wie viele Leute sind Ihnen unterstellt?

Fachlich sind mir sechs Leute unterstellt. Insgesamt sind es jedoch noch mehr Leute, die sich im Generalsekretariat der Finma um kommunikative Belange kümmern. Da gibt es Spezialisten für die politischen Geschäfte neben denjenigen, die Bürgeranfragen beantworten. Und es gibt einen Kollegen, der sich um die direkten Medienanfragen kümmert. Das Generalsekretariat ist das "kommunikative Herz" der Finma in allen Belangen.

Haben Sie Einsitz in die Finma-Geschäftsleitung?

Ich bin zwar nicht Mitglied der Geschäftsleitung, werde aber in jeder Sitzung von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat der Finma dabei sein, um schon bei der Analyse von Problemen und bei der Festlegung der Strategien die Perspektive der Kommunikation einzubringen.

Welche Dinge geniessen Sie jetzt noch ganz besonders, bevor Sie in einigen Monaten das Radio verlassen werden?

Ich freue mich auf jede Minute, die ich mit meinem Team, der Wirtschaftsredaktion von Schweizer Radio DRS noch verbringen kann - um die richtigen journalistischen Ansätze ringend, die wirtschaftliche Aktualität kompetent abbildend. Und vor allem: Bei den relevanten Wirtschafts-Themen möchte ich, dass wir weiterhin so oft wie möglich elektronisches Leitmedium sind.

Nach einem Phil.-I-Studium (Geschichte und Germanistik) begann Rainer Borer 1991 als Redaktor bei Schweizer Radio DRS in der Regionalredaktion Basel-Stadt Baselland, bevor er 1997 in die Wirtschaftsredaktion wechselte. Seit 2003 steht er dieser als Redaktionsleiter vor. Nebst seiner Arbeit als Leiter der Fachredaktion Wirtschaft hat Rainer Borer auch verschiedene interne Projekte vorangetrieben (Lancierung DRS 4 News, Themenplanungs-Tool). 2008 hat er einen MBA in Business Engineering an der Universität St. Gallen erlangt. Rainer Borer wird die Geschicke der Wirtschaftsredaktion noch bis Ende August leiten.

Die Stelle wird ausgeschrieben.

Interview: Edith Hollenstein


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