Die Leading European Newspaper Alliance (Lena) hat ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. Die 2015 gegründete Kooperation umfasst heute acht grosse europäische Zeitungen aus sieben Ländern: Neben dem Tagesanzeiger und La Tribune de Genève gehören Die Welt, El País, Le Figaro, La Repubblica, Gazeta Wyborcza, Le Soir zur Allianz (persoenlich.com berichtete).
Was als Plattform für gemeinsame Interviewanfragen begann, entwickelte sich zu einer umfassenden journalistischen Zusammenarbeit. Zu den Erfolgen der Allianz zählen hochkarätige Interviews mit Persönlichkeiten wie Barack Obama, Emmanuel Macron, Papst Franziskus und Alexei Nawalny sowie gemeinsame Reportagen aus Krisengebieten wie dem Sudan, heisst es in einem Artikel der Tamedia-Zeitungen.
Zum Jubiläum diskutierten die Verlagschefs vergangenen Mittwoch in Brüssel mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen über den Umgang mit Internet-Plattformen wie Google, Apple und Facebook. Die Medienhäuser beklagen den Verlust der direkten Leserbeziehung und fordern eine fairere Gewinnverteilung, wenn Plattformen mit fremden Medieninhalten Erlöse erzielen – insbesondere bei der Umwandlung durch künstliche Intelligenz.
Die Kooperation stärkt nach Ansicht der Koordinatorinnen Gloria Rodriguez und Stefania Di Lellis eine europaweite öffentliche Meinungsbildung durch Qualitätsjournalismus. Der scheidende Lena-Präsident Titus Plattner von Tamedia sieht in der verstärkten Zusammenarbeit einen Teil der Antwort auf die wirtschaftlichen Herausforderungen der Branche, nachdem Internet-Giganten den Grossteil der Werbung an sich gerissen haben. Eine Erweiterung der Allianz um weitere europäische Partner wird angestrebt. (spo)

