Der seit 2018 zum siebten Mal veröffentlichte Medienmonitor Schweiz bietet erneut eine umfassende Analyse der Medienvielfalt und Meinungsbildung in der Schweiz. Die Studie für das Jahr 2023 umfasst die Meinungsmacht von 181 Medienmarken und 10 Medienkonzernen in verschiedenen nationalen, sprachregionalen und lokal-regionalen Medienmärkten. Erstellt hat sie die private Forschungsfirma Publicom im Auftrag des Bundesamts für Kommunikation.
«Keine problematische Gefährdung der Meinungsvielfalt»
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass in der Schweizer Medienlandschaft keine Monopolgefahr durch einzelne Medienmarken besteht. «Es geht keine problematische Gefährdung der Meinungsvielfalt von (zu) mächtigen Einzelangeboten aus», steht dazu im Medienmonitor Schweiz. Die kumulierte Meinungsmacht aller untersuchten Medienmarken nahm landesweit im Vergleich zum Vorjahr um knapp zwei Prozentpunkte ab, was auf leicht sinkende qualitative Bewertungen und geringfügig rückläufige quantitative Kontaktleistungen zurückzuführen ist. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Medienlandschaft weiterhin vielfältig und dezentral strukturiert ist.
In den meinungs- und reichweitenstärksten Medienmarken gab es im Jahr 2023 einige Verschiebungen, jedoch keine klare Tendenz. Mit YouTube und Instagram zählen erstmals zwei Social-Media-Marken zu den drei Angeboten mit der grössten nationalen Meinungsmacht. An der Spitze steht weiterhin 20 Minuten. Unter den Top 10 der meinungsbildenden Medienmarken befinden sich fünf Angebote von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF).
Print, Radio und Fernsehen legen leicht zu
Die langjährige Entwicklung der Mediengattungen zeigt, dass die Meinungsmachtanteile von klassischen Mediengattungen wie Print, Radio und Fernsehen im Jahr 2023 leicht zulegten, nachdem sie in den Vorjahren zugunsten digitaler Angebote abgenommen hatten.
Die Marktkonzentration, gemessen anhand des Herfindahl-Hirschman-Index (HHI), zeigt im Vergleich zum Vorjahr erneut eine Entspannung. In 14 der 18 untersuchten Gebiete sank der HHI-Wert, was auf eine geringe Marktkonzentration hinweist.
Regionale Unterschiede sind ebenfalls bemerkenswert. So erreichte der Medienraum Bern mit 1611 Punkten den höchsten Wert bei den Meinungsmachtanteilen von Medienkonzernen, lag jedoch unter dem Niveau von 2022. Andere Regionen wie Graubünden, die Zentralschweiz und die Hochalpen zeigten ebenfalls einen deutlichen Rückgang seit 2022.
Vielfalt und geringe Marktkonzentration
Insgesamt bestätigt der Medienmonitor Schweiz 2023, dass die Schweizer Medienlandschaft weiterhin durch Vielfalt und eine geringe Marktkonzentration gekennzeichnet ist. Auch 2023 seien die Voraussetzungen für die freie Meinungsbildung weitgehend sichergestellt gewesen, bilanziert die Autorschaft von Publicom. (nil)

