28.09.2018

Swiss Media Forum 2018

«Medien sollen auch mal auf die Nase fallen»

Am Rande des Medienkongresses ermutigt Bundesrat Johann Schneider-Ammann die Medienhäuser zu mehr Risikobereitschaft. Im exklusiven Videointerview spricht er ausserdem über die Kraft der sozialen Medien und über Konflikte mit seinen Kommunikationsberatern.
Swiss Media Forum 2018: «Medien sollen auch mal auf die Nase fallen»
«Elektronische Medien haben noch einen grossen Spielraum, in dem sie sich bewegen können», sagte Johann Schneider-Ammann hinter der Bühne zu persoenlich.com. (Bild: Screenshot)
von Christian Beck

Der abtretende Bundesrat Johann Schneider-Ammann eröffnete am Donnerstag in Luzern das Swiss Media Forum (persoenlich.com berichtete). Bevor er mit der Limousine zum nächsten Termin rauschte, stand der Wirtschaftsminister Backstage exklusiv vor dem persoenlich.com-Mikrofon Red und Antwort.

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persoenlich.com wollte von Schneider-Ammann unter anderem wissen, welche Interview-Tipps er sich von seinen Kommunikationsberatern habe geben lassen – und was er geflissentlich ignorierte. «Wenn ich hier ganz ehrlich bin: Ich habe immer aufgepasst, was sie mir beibringen wollen», so Schneider-Ammann. Am Schluss der «Session» habe er sich aber jeweils gesagt: «Bleib, wer du bist und lass dich nicht verbiegen.» Dies habe zu zusätzlichen Differenzen geführt. Über die ganze Zeit betrachtet habe sich diese Strategie aber gelohnt. «Mit anderen Worten: Sachlich-fachlicher Inhalt habe ich mitgenommen, Verhaltensempfehlungen nahm ich einfach zur Kenntnis – war aber wohl in meiner Haut, so wie ich bin», so der Bundesrat.

«Hinter die Fassade blicken und so die Substanz aufdecken», so die Forderung des Bundesrats an die Journalisten in seiner Rede am Swiss Media Forum. Dabei war er auch selbst schon im Fokus der Medien: Er sah sich mit Vorwürfen konfrontiert, dass er noch als Chef der Baumaschinenfirma Ammann mit Offshore-Konstrukten Steuern optimiert haben soll. Was sorgte während seiner Amtszeit für die grösste mediale Aufmerksamkeit? Waren es «Rundschau»-Recherchen, ein NZZ-Interview oder eine Ansprache zum 1. August? Die Antwort liefert Schneider-Ammann im Videointerview:

Auch an der Medienkompetenz der nächsten Generation arbeitet Schneider-Ammann bereits. So erzählt er im Interview, wie er mit seinen Enkelkindern Inhalte auf einem iPad anschaue – und dabei auch das traditionelle Spielen nicht zu kurz komme. «Der Grossvater ist ein Multitalent. Und das wird ausgenutzt.»



Das Swiss Media Forum findet noch bis am Freitag im KKL Luzern und auf einem Schiff statt. persoenlich.com berichtet laufend über den Schweizer Medienkongress.

 



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