19.02.2025

Zackbum

Medienkritik-Portal wird auf Eis gelegt

Gründer René Zeyer verkündete das Ende am Mittwoch mit den knappen Worten: «Kä Luscht». Auf Nachfrage nennt er als Grund die Ermüdung an der Kritik des «Mainstream-Journalismus». Bereits im Herbst hatte Zeyer Zweifel am Sinn der Medienkritik geäussert.
Zackbum: Medienkritik-Portal wird auf Eis gelegt
René Zeyer hat bis auf Weiteres «kä Luscht» mehr, Zackbum weiterzuführen. (Bild: persoenlich.com/cbe)

Das medienkritische Onlineportal Zackbum.ch stellt seinen Betrieb «bis auf Weiteres» ein. Eine Begründung für diesen Schritt wurde zunächst nicht genannt: «Fragen nach dem Warum werden nicht beantwortet», hiess es in einem kurzen Eintrag vom Mittwoch.

Auf Nachfrage von persoenlich.com nannte Zackbum-Gründer René Zeyer dann doch einen Grund: «Es wurde zu einer Quälerei, die unter Luftabschluss in ihrer Gesinnungsblase dahinfaulenden Mainstream-Journalisten lesen und kritisieren zu müssen», erklärt er. «Es wurde zu repetitiv, weil denen auch nichts Neues einfällt.»

Ob der Abschied definitiv ist, lässt Zeyer offen: «Wenn der Schreibzwang den Ennui besiegen sollte, kommt Zackbum wieder, aber in einer neuen Form», schrieb er. Die Website mit ihren Inhalten soll in jedem Fall erhalten bleiben: «Natürlich bleibt die Seite online, jeder Artikel ist schliesslich für die Ewigkeit geschrieben.»

Mehr als 4000 Artikel in viereinhalb Jahren

Zackbum.ch startete im Juli 2020 als Plattform für Medienkritik (persoenlich.com berichtete). Zeyer führte das Portal zuletzt allein, nachdem zu Beginn auch Beni Frenkel und Lorenz Steinmann zum Autorenteam gehört hatten. In viereinhalb Jahren wurden laut eigenen Angaben mehr als 4000 Artikel publiziert. Auf die Frage nach seinem Lieblingsartikel antwortet Zeyer: «Der 2325., der 731. und der nicht-geschriebene.»

Bereits im September 2024 hatte Zeyer in einem Artikel die Frage aufgeworfen, ob Medienkritik in der heutigen Medienlandschaft noch Sinn mache. Er verwies dabei auf das Verschwinden anderer medienkritischer Formate wie der Medienwoche oder der «festen Medienseite in der NZZ mit einem erfahrenen Betreuer». Damals kündigte der heute 69-Jährige an, weiterzumachen, solange es Spass mache.

Die Kommentare unter der Abschiedsmeldung reichen von Verständnis bis zu Bedauern, vereinzelt gibt es auch Kritik. «Ich kann nicht genau erklären, wieso, aber irgendwie kommt das nicht völlig überraschend», schreibt etwa ein Nutzer. Andere reagieren emotionaler: «Absolute Katastrophe. Nicht nur für mich. Auch für die ‹Kleine Cafeteria› gegenüber», bedauert ein Stammleser den Verlust seines morgendlichen Rituals. Ein Kritiker hingegen spricht von einem «schwachen Abgang».

Zackbum wurde aus eigenen Mitteln finanziert und bot seine Inhalte kostenlos an.


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