29.10.2015

ProSiebenSat.1

Mehr Geld mit Fernsehwerbung verdient als erwartet

Der Medienkonzern hat die Umsatzprognose erneut erhöht.

Der deutsche Medienkonzern ProSiebenSat.1 verdient mit Fernsehwerbung und Internet-Geschäften noch besser als erwartet und hat deshalb sein Umsatzziel für dieses Jahr erneut angehoben. Der Konzern sei gut ins Schlussquartal gestartet und peile jetzt ein zweistelliges Umsatzwachstum im Gesamtjahr an, sagte Konzernchef Thomas Ebeling am Donnerstag in Unterföhring bei München.

ProSiebenSat.1 steigerte seinen Umsatz im dritten Quartal um gut 17 Prozent auf 747 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 73 Millionen Euro, fast 9 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Im mit Abstand grössten Geschäftsfeld Fernsehen profitierte ProSiebenSat.1 vom positiven Konjunktur- und Werbeumfeld. Zugleich habe der Zuschaueranteil der Senderkette in Deutschland mit über 30 Prozent den höchsten Wert seit 15 Jahren erreicht, sagte Ebeling. Er rechne damit, dass der Werbemarktanteil im traditionell starken Schlussquartal weiter steige.

Immer mehr Mischkonzern

Noch schneller aber wuchs das Internetgeschäft – der Umsatz übertraf den Vorjahreswert um 31 Prozent. Dazu trug auch der Zukauf des Vergleichportals Verivox im Sommer bei. Das Geschäft mit Internet-Läden wie dem Sexshop Amorelie, dem Parfumhändler Flaconi und Portalen wie Billiger-Mietwagen.de oder Weg.de macht inzwischen schon ein Sechstel des Konzernumsatzes aus.

Soeben hat ProSiebenSat.1 noch ein Online-Flugreisebüro übernommen, für das es jetzt ebenfalls auf den hauseigenen Sendern die Werbetrommel rühren will. Und weitere Zukäufe sind geplant.

"Eines Tages werden die Leute Medien und Commerce nicht mehr als zwei getrennte Dinge ansehen, es wird ein Ökosystem sein", sagte Ebeling. ProSiebenSat.1 werde zwar noch "eine sehr, sehr lange Zeit" eher ein Medien- als ein Handelsunternehmen bleiben. "Aber beides gehört zusammen."

Prognose angehoben

Der Konzern sei gut ins Schlussquartal gestartet und peile jetzt ein niedriges zweistelliges Umsatzwachstum im Gesamtjahr an, sagte Ebeling. Zuletzt war ein hoher einstelliger Zuwachs in Aussicht gestellt worden. Betriebsgewinn und Überschuss sollen über dem Vorjahresergebnis liegen - hier wollte Ebeling keinen genaueren Ausblick geben.

Im vergangenen Jahr hatte ProSiebenSat.1 einen Umsatz von 2,9 Milliarden erwirtschaftet. Unterm Strich verdiente der Konzern 374 Millionen Euro. (sda/dpa)


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