28.06.2017

Privatradiostudie 2016

Mehr Regionalnachrichten in der Westschweiz

Privatradios in der Romandie senden in der Primetime mit durchschnittlich 31 Minuten deutlich mehr Lokalnews als die Radios in der übrigen Schweiz. Dies geht aus der aktuellen Programmanalyse von Publicom hevor.
Privatradiostudie 2016: Mehr Regionalnachrichten in der Westschweiz
Am wenigtsen Regionalnews senden das am Jurabogen aktive Radio GRRIF (Studio im Bild) und das Ostschweizer Radio FM1 mit je fünf Minuten. (Bild: Stefan Meyer/Keystone)

Die Privatradios in der Westschweiz senden mehr Regionalnachrichten als die privaten Radios in der übrigen Schweiz. Damit erfüllen sie die medienpolitischen Zielsetzungen besser. Zudem vermitteln Radios, die Gebühren erhalten, mehr Informationen als jene, die keine Gebührenanteile bekommen. Dies geht aus einer Programmanalyse hervor, die Publicom im Auftrag des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) erstellt und am Mittwoch veröffentlicht hat.

Die Radios, die vom Bakom eine Konzession erhalten haben, müssen Informationsleistungen während der Hauptsendezeit erfüllen. Sie erfüllen diese Forderung je nach Region in unterschiedlichem Mass: Am besten schneiden die Radios in der Romandie ab, wo im Durchschnitt während den Hauptsendezeiten während 31 Minuten Lokalinformationen zu hören sind. In der Deutschschweiz laufen während 16 Minuten und im Tessin während 14 Minuten Nachrichten.

Spitzenreiter mit regionalen Nachrichten ist das Radio RFJ im Kanton Jura: Es sendet täglich während 53 Minuten Regionalinformationen. Am wenigsten regionale Neuigkeiten senden das ebenfalls im Jurabogen aktive Radio GRRIF und das Ostschweizer Radio FM1 mit je fünf Minuten.

Geringere Informationsproduktion

Wie Publicom in ihrer Mitteilung schreibt, haben die Privatradios in der Westschweiz ihre quantitative Leistung seit 2013 gehalten. Die Radios in der übrigen Schweiz hätten ihre Informationsproduktion insgesamt zurückgefahren.

Weiter zeigt die Analyse auf, dass Radios, die Gebührenanteile erhalten, im Durchschnitt ein Fünftel mehr ihrer Zeit während der Hauptsendezeit der Vermittlung von Nachrichten widmen. Bricht man die Zeit auf regionale Nachrichten herunter, zeigt sich: Gebührenradios senden während 35 Minuten regionale Informationen, Radios ohne Gebühren während 14 Minuten.

Gemäss der Analyse hat dies damit zu tun, dass Inland- und Ausland-Nachrichten über Agenturen und Korrespondenten einfacher und günstiger zu bekommen seien als regionale News, die selber beschafft werden müssten.

Privatradios sehen sich bestätigt

Für den Verband Schweizer Privatradios (VSP) beweist die Studie einmal mehr die Unverzichtbarkeit und die Bedeutung der konzessionierten Privatradios heute und in der künftigen Medienlandschaft. Im Vergleich zur Studie 2013 seien die meisten Werte stabil, was bestätige, wie gut die Privatradioszene etabliert sei. 

Eine wichtige Erkenntnis sei, dass die konzessionierten Privatradios beträchtlich zur Vielfalt beitrügen, insbesondere durch unterschiedliche Programmstrukturen und je nach Region angepasste Informationsformate.

Die Studie zeige auch, dass der Grad der Ausbreitung der gebührenfinanzierten SRG für die Marktsituation der Privatradios von Bedeutung sei: In der Westschweiz, wo es keine Regionaljournale der SRG-Radioprogramme gebe, sei die Informationsleistung der Privatradios noch bedeutend umfangreicher als in der Deutschschweiz, wo die SRG mit ihren Regionaljournalen mit den privaten Veranstaltern in Konkurrenz stehe. Dies zeige, dass der private Service Public regional je besser funktioniere, je mehr man ihm Raum lasse. (sda/cbe)

 



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