Für den Erwerb der Westschweizer Zeitung "Le Temps" sind bei Ringier und Tamedia mehrere Kaufangebote eingereicht worden. Dies sagte Tamedia-Sprecher Patrick Matthey am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.
Am Montagabend hatte der Verein der Freunde der Genfer Tageszeitung in einer Medienmitteilung behauptet, dass ihm nahestehende Investoren die einzigen Kaufinteressenten seien. Tamedia-Sprecher Matthey dementierte jedoch am Dienstag diese Information des "Cercle des Amis" von "Le Temps". "Ich war erstaunt, als ich diese Information gelesen habe", sagte Matthey zur sda. Die Zahl der interessierten Käufer und deren Namen wollte der Tamedia-Sprecher hingegen nicht verraten.
Verlage wollen starken Besitzer
"Wir werden die Offerten nun sorgfältig analysieren und in den nächsten Wochen eine Entscheidung treffen", sagte Matthey. Potenzielle Käufer hatten bis Ende März Zeit, ihre Angebote an die beiden bisherigen Hauptaktionäre Ringier und Tamedia zu richten. Die beiden Zürcher Verlagshäuser hatten "Le Temps" am vergangenen 8. Oktober zum Kauf ausgeschrieben (persoenlich.com berichtete). Sie halten derzeit je 46,2 Prozent.
Ein starker Besitzer wäre nach Ansicht der Medienhäuser die beste Voraussetzung für den Fortbestand und die Weiterentwicklung der Zeitung. Sollte kein überzeugendes Angebot eingehen, wollen entweder Ringier oder Tamedia den Kauf der Beteiligung des anderen prüfen, wie die beiden Verlagshäuser Anfang März erklärt hatten.
Kein Treffen mit Hauptinvestor
Was die Kaufinteressenten im Umfeld des "Cercle des Amis" betrifft, bedauerte der Tamedia-Sprecher, dass es nicht möglich gewesen sei, den Hauptinvestor zu treffen. Es soll sich dabei um einen privaten Genfer Unternehmer handeln.
Der Unterstützungsverein war Mitte Januar gegründet worden (persoenlich.com berichtete), nachdem die Zürcher Medienhäuser ihre Verkaufsabsichten bekannt gegeben hatten. Er kämpft für den Fortbestand der Zeitung und zählt zurzeit rund 700 Mitglieder. (sda)

