12.09.2021

Fall Spiess-Hegglin

Michèle Binswanger verteidigt ihr Buchprojekt

In einem persönlichen Essay beschreibt die Tamedia-Autorin ausführlich, wie sie auf die Idee kam, ein Buch über die Ereignisse an der Zuger Landammannfeier 2014 zu schreiben. Und warum sie von der Notwendigkeit des Projekts überzeugt ist.
Fall Spiess-Hegglin: Michèle Binswanger verteidigt ihr Buchprojekt
«Ich halte am Projekt fest, weil ich von seiner Notwendigkeit überzeugt bin»: Tamedia-Autorin Michèle Binswanger. (Bild: Andrea Zahler)

Wenige Tage nachdem das Zuger Obergericht die erstinstanzlich angeordneten Verbote gegen das Buch von Michèle Binswanger über die Vorkommnisse an der Zuger Landammannfeier von 2014 aufgehoben hat, meldet sich die Tamedia-Autorin in einem persönlichen Essay zu Wort.

Als Autorin nehme sie den Entscheid zum Anlass, ausführlich zu erklären, wie sie zu dieser Geschichte kam, schreibt Binswanger in der SonntagsZeitung, und ergänzt: «Ich halte am Projekt fest, weil ich von seiner Notwendigkeit überzeugt bin.» Es möge aussehen, als gehe es bloss um eine Unterhosengeschichte, um links gegen rechts, Frau gegen Mann, aber es sei viel mehr als das. Es gehe um die Zeit, in der wir lebten, und deren Gefahren für uns schwierig zu erkennen seien. Aus solchen Ereignissen aber lasse sich einiges darüber ablesen. Etwa wie feministischer Aktivismus und #MeToo die Gesellschaft und die Politik verändert hätten. Wie das Geschehen in den sozialen Medien die öffentliche Wahrnehmung immer stärker beeinflusse. Und wie leicht man sich bei der Bewertung von Ereignissen manipulieren lasse.

Nachdem öffentlich geworden sei, dass Tamedia und sie sich gegen das Recherchier- und Schreibverbot wehrten, sei sie einer nicht enden wollenden Hass- und Diffamierungskampagne ausgesetzt, so Binswanger weiter. Es hätten sie Mails und Briefe erreicht, manchmal sogar eingeschrieben, die eindringlich oder drohend forderten, vom Projekt abzulassen. (wid)



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Kommentare

  • Michael H. Stoffel, 12.09.2021 23:10 Uhr
    Danke für den nüchternen, grundlegenden und couragierten Essay in der heutigen Sonntagszeitung. Freundliche Grüsse Michael H. Stoffel

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