Die Serafe AG, die seit 2019 die Radio- und Fernsehabgabe in der Schweiz erhebt, hat ihre Gewinne massiv gesteigert. Während das Unternehmen im ersten Geschäftsjahr 0,9 Millionen Franken verdiente, belief sich der Gewinn 2024 auf 5,9 Millionen Franken – eine Versechsfachung.
Vergangenes Jahr schüttete Serafe eine Dividende von 6 Millionen Franken an die Muttergesellschaft Secon AG aus. Recherchen der NZZ am Sonntag zeigen, dass von dieser Dividende auch der Waadtländer Multimillionär Cédric Moret profitiert. Moret sitzt im Verwaltungsrat der Migros und ist CEO sowie Inhaber der Elca Group, eines der grössten IT-Unternehmen der Schweiz. Elca hält über eine weitere Firma 63,5 Prozent an der Secon AG.
Der emeritierte Medienwissenschafter Otfried Jarren äussert sich kritisch zu den Millionendividenden. Obwohl er grundsätzlich ein Befürworter der Radio- und Fernsehabgabe ist, mahnt er, dass die Organisation «zweck- und gemeinwohldienlich» agieren müsse. Gewinne sollten vorrangig der Nachhaltigkeit der einziehenden Stelle dienen, etwa für Zukunftsinvestitionen zur Optimierung des Einzugsverfahrens. Dividenden an die Muttergesellschaft stünden für solche Investitionen nicht mehr zur Verfügung.
Die Serafe-Verantwortlichen weisen Kritik zurück und verweisen auf das «unternehmerische Risiko», das sie 2016 bei der öffentlichen Ausschreibung eingegangen seien, um die Swisscom-Tochter Billag zu konkurrenzieren. «Ohne potenzielle Rendite wäre ein solches Risiko sinnlos», so ein Sprecher von Serafe. (pd/cbe)
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25.05.2025 17:49 Uhr

