22.04.2026

Interact Media Group

«Mit 85 tritt man da und dort kürzer»

Christoph Blocher übergibt seine Zeitungen der Interact Media Group, die das Newsportal nau.ch betreibt, und tritt aus dem Verwaltungsrat aus. Der Politiker und Verleger erklärt, warum es keine Trennung sei.
Interact Media Group: «Mit 85 tritt man da und dort kürzer»
«Wir haben in dieser Richtung evaluiert und mit mehreren Interessenten gesprochen», so Verleger und Altbundesrat Christoph Blocher. (Bild: Keystone/Anthony Anex)

Herr Blocher, Sie trennen sich nun von Ihren 22 Zeitungstiteln. Was ist der Grund dafür?
Wir trennen uns nicht. Wir bringen unsere Zeitungen in die Interact Media Group (IMG), was unsere Zeitungen mit den Nutzern im digitalen Bereich verbindet. Wir beteiligen uns an der IMG mit 15 Prozent und stellen zwei Verwaltungsräte: Rahel Blocher und Andreas Schaffner. Es ist ein Ausbau für die Zukunft.

Neu übernimmt die Gruppe IMG, die auch das Internetportal Nau betreibt. Wie sind Sie auf diesen Käufer gestossen oder ist er auf Sie zugekommen?
Wir haben in dieser Richtung evaluiert und mit mehreren Interessenten gesprochen. IMG zeigte sich erfolgsversprechend.

«Entlassungen sind keine geplant»

Wie hoch ist der Kaufpreis?
Die Beteiligten geben darüber keine Auskunft.

Sind mit diesem Verkauf auch Entlassungen verbunden?
Nein. Ab heute wird die Firma neu geführt. Entlassungen sind keine geplant. 

Sie bleiben weiterhin mit 15 Prozent in der neuen Gruppe vertreten. Was bedeutet das für Sie?
Meine Tochter und Herr Schaffner bleiben im Verwaltungsrat. Ich ziehe mich zusammen mit Rolf Bollmann und Frau Maya Ziegler-Bodmer aus dem Verwaltungsrat zurück. 

Dieser Verkauf widerspricht der These, wonach Print nicht mehr überlebensfähig sei…
Ich bin überzeugt, dass Lokalanzeiger print – richtig gemacht – eine Zukunft haben, aber vielleicht ist eine Kombination mit den Digitalen gut oder sogar notwendig.

Ist dies nun das Ende Ihrer verlegerischen Tätigkeit?
Ich bin jetzt im 86. Lebensjahr. Da tritt man da und dort kürzer, so auch im Verlag Zeitungshaus AG. Für die Medien ist es kein Ende, sondern eine Weiterführung.

«Die Arbeit geht uns nicht aus»

Neu sind sowohl die grösste bernische Gratiszeitung als auch das Tagblatt der Stadt Zürich in Berner Händen. Wie hat die Stadt Zürich, als Herausgeberin des Tagblatts, auf diesen Wechsel reagiert?
Die Stadt Zürich ist nicht Herausgeberin. Beide Zeitungen sind weder in den Händen der Stadt Bern noch der Stadt Zürich, sondern in der Interact Media Group, die mehreren Aktionären – unter anderem der Robinvest mit 15 Prozent – gehören. Aber wir haben dies unter anderem auch dem Stadtrat Zürich mitgeteilt.

In den meisten Ihrer Gratiszeitungen hatten Sie Ihre eigene Kolumne. Wird dies weiterhin so bleiben?
Das müssen die neuen Verantwortlichen bestimmen.

Wo liegen künftig die Aktivitäten von Robinvest?
Die Robinvest ist an verschiedenen Unternehmen beteiligt. Sie führt u. a. bekanntlich auch die Stiftung Schweizer Musikinsel Rheinau, betreut die Kunstsammlung und vieles mehr. Die Arbeit geht uns nicht aus.


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