persoenlich.com wollte von den grossen Redaktionen des Landes wissen, wie sie über die neue Saison der Axa Women's Super League berichten werden, die am Samstag startet und ob die Berichterstattung zum Frauenfussball allgemein ausgebaut wird. Hier die Antworten von neun führenden Schweizer Medien:
SRF: Live is Life
Das Schweizer Fernsehen bietet, gemessen am Umfang der Berichterstattung, das grösste Angebot zum Schweizer Frauenfussball. Möglich machen das die Livespiele, für welche sich die SRG die Rechte gesichert hat. In der kommenden Saison überträgt SRF mindestens zehn Partien der Women's Super League. Ein fixer Sendeplatz am Freitagabend ab 19 Uhr soll der Liga eine regelmässige Plattform bieten.
SRF integriert zudem die Women's Super League in die Berichterstattung der Sendung «Super League – Highlights» am Samstag- und Sonntagabend. Online stellt SRF Zusammenfassungen zu allen Partien zur Verfügung. SRF führt die Serie «Hidden Stories» sowie das Magazin «Super League – Highlights» fort. Weitere neue Formate sind möglich, konkrete Pläne gibt es jedoch noch nicht. Die Planung der Berichterstattung zur Uefa Women's Champions League sei noch nicht abgeschlossen, teilt die Sportredaktion mit.
Keystone-SDA: Aktuelles zum Frauenfussball
Die nationale Nachrichtenagentur lanciert ein neues Angebot zum Frauenfussball. Damit will die Nachrichtenagentur die Dynamik nach der Euro aufrechterhalten, da das Interesse nach grossen Turnieren meist rasch wieder abflacht, wie Chefredaktor Federico Bragagnini auf der Website der Agentur schreibt.
Im Zentrum des Formats «Aktuelles zum Frauenfussball», das dem 25. August jeweils montags für die Kunden von Keystone-SDA bereitgestellt wird, stehen die Women's Super League, die Leistungen der Schweizer Spielerinnen im Ausland sowie Analysen mit Zahlen, Statistiken und Visualisierungen. Auch die Fotoberichterstattung wird fokussiert, damit zu allen Teams der höchsten Liga aktuelles Bildmaterial verfügbar ist.
Bereits vor der Euro in der Schweiz hatte Keystone-SDA die Berichterstattung verstärkt. Für das Turnier in der Schweiz entwickelte die Agentur ein Konzept, das Deutsch und Französisch Text, Bild und Video bereitstellte. «Diese kontinuierliche Berichterstattung wollen wir nun dauerhaft etablieren», hält Chefredaktor Bragagnini fest.
Blick: Nati als Zugpferd
Der Ringier-Titel mit der nach eigenen Angaben «stärksten Sportredaktion der Schweiz» baut die Berichterstattung aus und führt bewährte Formate fort. Dass Frauenfussball gut ankommt beim Publikum, zeigen die Zahlen zur Uefa Euro im vergangenen Sommer. So brachte die Frauen-EM 15 Millionen Pageviews auf blick.ch, wie die Redaktion auf Anfrage mitteilt.
Bei Berichterstattung zur schweizerischen Women's Super League legt Blick weiter zu, nachdem man sie schon in den vergangenen Jahren ausgebaut hatte. Das anlässlich der Euro eingeführte Audio- und Video-Format «Forza! Frauen. Fussball.» bleibt erhalten, um «so dem Frauenfussball während der ganzen Saison eine zusätzliche Plattform zu bieten».
Wie bisher behält der Blick auch das internationale Geschehen im Auge und dabei insbesondere die Schweizer Spielerinnen bei ausländischen Vereinen. «Wir haben bereits vor der EM wöchentlich über Legionärinnen wie Lia Wälti, Sydney Schertenleib, Nadine Riesen oder Géraldine Reuteler berichtet. Das werden wir weiterhin tun und sicher den einen oder anderen zusätzlichen Akzent setzen», erklärt dazu Blick-Sportchef Emanuel Gisi.
NZZ: Qualität vor Quantität
Die NZZ setzt grundsätzlich auf qualitative Berichterstattung mit vertiefenden Analysen statt auf Quantität. Man werde den Saisonstart der Axa Women's Super League «eng begleiten», schreibt die Zürcher Zeitung auf Anfrage. Die Berichterstattung über Frauenfussball hat bei der NZZ bereits vor der EM in der Schweiz an Bedeutung gewonnen, das Interesse der Leserschaft sei gestiegen.
Die Anzahl der Beiträge zu einzelnen Sportarten wurde generell verringert. Das ändere jedoch nichts an der Bedeutung des Sportjournalismus, heisst es bei der Zeitung. Die Redaktion konzentriert sich auf vertiefende Analysen, Einordnungen und Porträts.
Nau.ch: Bern ist Trumpf
Die News-Plattform wird wie bisher mit Agenturmeldungen, Ticker und Eigenberichten über die Spiele der Women's Super League berichten. Neu dazu kommt ein verstärkter lokaler Fokus: Nau.ch berichtet künftig über alle Spiele der Young Boys Frauen. Das Berner Team gewann in der vergangenen Saison die Meisterschaft und kann sich für die Liga-Phase der Champions League qualifizieren. Die Artikel dazu werden sowohl auf Nau.ch als auch auf baernerbaer.ch veröffentlicht, der Website der Regionalzeitung, die Nau Media kürzlich erworben hat.
20 Minuten: Neu auch national
Die News-Plattform der TX Group konzentriert sich grundsätzlich auf das Nationalteam und Spiele internationaler Klubs mit Schweizer Nati-Spielerinnen. Neu wird 20 Minuten aber auch regelmässig über grosse Spiele der Super League berichten sowie über Partien der Champions League, sollten sich die Schweizer Meisterinnen von Young Boys Frauen für den Wettbewerb qualifizieren.
Blue Sport: Fokus international
Blue Sport baut das Angebot weiter aus und begleitet sowohl Nationalteam als auch Liga intensiver. Das Nationalteam begleite man wie vor und während der EM weiterhin bei Zusammenzügen und Länderspielen, heisst es auf Anfrage. Die Redaktion setzt die Berichte über Schweizer Spielerinnen im Ausland analog zum Männerfussball fort. Neu kommen Besuche bei Nati-Spielerinnen im Ausland für TV- und Onlinebeiträge sowie Geschichten aus der Women's Super League hinzu. Zudem veröffentlicht Blue Sport Ranglisten, Resultate und Meldungen zur Liga. Blue Sport prüfe weitere Möglichkeiten im Bereich TV- und Liveberichterstattung, heisst es weiter.
Tamedia: Euro-Niveau als Massstab
Die Tamedia-Sportredaktion begleitet die Women's Super League mit Meldungen zu jedem Spieltag und intensiviert die Berichterstattung in entscheidenden Phasen der Saison. Die Redaktion begleitet Cup- und Meisterschafts-Finals live, sofern Klubs aus den Tamedia-Regionen beteiligt sind. Die Berner Zeitung erweitert zudem die Berichterstattung zu den YB-Frauen und berichtet künftig über jedes Meisterschaftsspiel.
Die Tamedia-Berichterstattung zur Fussball-EM habe gezeigt, wie gut die standortübergreifende Zusammenarbeit funktionieren kann, teilt das Medienunternehmen mit. «Dieses Niveau nehmen wir uns auch für die kommende Saison zum Massstab», so eine Sprecherin. Tamedia ist in der Schweiz mit den vier grossen Marken Tages-Anzeiger, Berner Zeitung, Basler Zeitung und 24 Heures aktiv, die redaktionelle Ressourcen teilen.
CH Media: Regional auf allen Kanälen
Die Zeitungstitel von CH Media haben ihre Frauenfussball-Berichterstattung bereits im Hinblick auf die vergangene Super-League-Saison ausgebaut. Sie bringen Meldungen zu den Spielen und Transfers und ergänzen diese mit Interviews, Porträts und Hintergrundberichten. Im Zentrum stehen das Nationalteam sowie die vier Spitzenklubs im Einzugsgebiet der Regionalzeitungen, also St. Gallen, Luzern, Aarau und Basel.
Die regionalen Radiosender von CH Media verfolgen die Ereignisse im Frauenfussball in ihren Sendegebieten. Das News- und Unterhaltungsportal Watson setzt bei seiner Berichterstattung weiterhin auf Spielzusammenfassungen, News und Hintergründe und berücksichtigt das gestiegene Interesse am Frauenfussball. Die nationalen TV-Sender von CH Media verfügen nicht über Ausstrahlungsrechte für Livespiele oder Matchberichte. Die Regionalsender berichten grundsätzlich zurückhaltend über Fussball oder andere Sportarten. Punktuell fliessen jedoch Geschichten aus dem Frauenfussball in die Berichterstattung ein.

