08.10.2020

Aus von «52 Beste Bücher»

Nathalie Wappler antwortet Topautoren

Schriftsteller wie Martin Suter, Sibylle Berg, Peter Stamm oder Ruth Schweiker haben sich in einem offenen Brief an die SRF-Führung gewandt. Nun hat die Direktorin zurückgeschrieben.
Aus von «52 Beste Bücher»: Nathalie Wappler antwortet Topautoren
Hat diese Woche Sparmassnahmen verkündet: SRF-Direktorin Nathalie Wappler. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Schweizer Autorinnen und Autoren wehren sich gegen das Aus der Sendung «52 beste Bücher» von Schweizer Radio SRF. In einem offenen Brief an SRF-Direktorin Nathalie Wappler verlangen sie von ihr, den Entscheid zu überdenken (persoenlich.com berichtete).

Unterzeichnet ist der offene Brief unter anderen von Sibylle Berg, Ruth Schweikert, Gertrud Leutenegger, Thomas Hürlimann, Klaus Merz, Peter Stamm, Adolf Muschg, Martin R. Dean und Tim Krohn. Der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband gab der Sorge Ausdruck, die Literatur falle künftig unter den Tisch.

Nathalie Wappler entgegnete den Autorinnen und Autoren, Radio SRF 2 Kultur halte einen erfreulichen Marktanteil von drei Prozent. Die lineare Nutzung einzelner Sendungen nehme indessen stetig ab. Gleichzeitig fänden Podcasts wachsende Beliebtheit. Audioangebote würden heute gezielt genutzt.

Die Abschaffung von «52 beste Bücher» sei vor diesem Hintergrund zu sehen. Das Literaturangebot werde stärker auf die Bedürfnisse des Markts ausgerichtet. Die Fachredaktion Literatur habe den Auftrag, ihr Angebot ganzheitlich neu aufzugleisen. (sda/wid)



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Kommentare

  • Dieter Koch, 10.10.2020 19:46 Uhr
    Frau Wappler ignoriert mit ihrer Strategieänderung die Statuten der SRG. Artikel 2 (Zweckartikel) stellt klar und eindeutig das Radio- und Fernsehangebot in den Vordergrund. Das entspricht auch dem Namen dieses Vereins, der sich „Schweizerische Radio-und Fernsehgesellschaft“ nennt. Von Internet oder digitalen Medien ist nicht explizit die Rede. Dies scheint jedoch Frau Wappler nicht zu kümmern. Kann es sein, dass eine einzige Person die Strategie eines mit Zwangsabgaben finanzierten Unternehmens auf den Kopf stellt, ohne jemanden zu fragen? Was meint denn der GD der SRG dazu? Was machen die anderen Regionalgesellschaften? Wahrscheinlich muss leider die Politik dafür sorgen, dass die Region SRG Deutschschweiz wieder auf Kurs gebracht wird.
  • Johannes Helbling, 10.10.2020 17:12 Uhr
    Ich habe damals die No-Billag - Initiative abgelehnt, damit Radio und Fernsehen nicht zu einem Allwertsprogramm à la SAT 1, Vox etc. mutieren, , dass auch Nischensendungen ihren verdienten Platz haben. Gerade in der Corona-Zeit habe ich die kulturellen Progamme sehr geschätzt. Es tut weh, dass nun die Literatur, die in der Pandemie einen markant grösseren Stellenwert erhielt, bluten muss: Die Sendung 52 beste Bücher wird abgesetzt. Es wird von moderneren Formaten und den Bedürfnissen des Marktes geschwaffelt. Was heisst das? Dass nur noch Bestseller besprochen werden - was auch seine Berechtigung hat - oder dass die grossen Verlage das Programm bestimmen, als Werbeplattform für deren Produkte. Und die kleinen Verlage mit hochstehenden Neuerscheinungen abgemurkst werden? Nochmals ich habe für No-Billag gestimmt, damit die Vielfältigkeit des kulturellen, vor allem des literarischen Programms erhalten wird. Gespart wird nichts, wenn 52 beste Bücher wegfallen. Es könnten die repetitiven, nervtötenden und nichtssagenden Nachrichtensendungen zur vollen, ja halben Stunde im Radio srf Kultur ersatzlos gestrichen werden. Ich hoffe, dass der Entscheid rückgängig gemacht werden, sonst warte ich auf die nächste No-Billag, sprich No-Serafe - Initiative.
  • Philipp Bommeli, 09.10.2020 11:06 Uhr
    Dabei wird ganz vergessen, dass gerade Kulturangebote auf SRF1 und SRF2 von einer älteren Hörergruppe genutzt werden, die vielleicht keine Lust auf Podcasts oder fehlende Kenntnisse dazu haben! Mir scheint, dass im momentanen Kahlschlag bei den beliebtesten Radio- und Fernsehsendungen die stetig älter werdende Bevölkerung aus dem Fokus gefallen ist! Und ich werde den Verdacht nicht los, dass bei der ganzen Umstrukturierung, die gerade im Gang ist, quasi ein gratis "Netflix-Angebot" für die Jungen aufgebaut werden soll, finanziert mit Gebühren- und Steuergeldern! Zu den bereits bekannten Personalentscheiden fällt auf, dass es vor allem langjährige MitarbeiterInnen betrifft … Offensichtlich wird mehr als ein Alphatier in der Struktur nicht geduldet … Als regelmässiger Nutzer der SRF-Radio- und Fernsehprogramme bin gespannt, wie sich das Ganze entwickelt. Konkrete Lösungen bzw. Ersatz für die abgesetzten/gestrichenen Inhalte sind jedenfalls (noch) nicht auf dem Tisch!
  • Urs Keller, 09.10.2020 06:09 Uhr
    Die SRG Chefetage spricht von weniger Werbeeinahmen.? Aber am Abend habe ich den eindruck; die Werbeblöcke gehen seit der Corona Kriese sogar länger,bis zu 10 Minuten,wenn nan noch die Trailer mit einbezieht.
  • Urs Keller, 09.10.2020 05:50 Uhr
    Hat die SRG schon No Billag vergessen? Die Leute wollen eine stsrkes Radio+ Fernsehen SRF mit einenem guten Programm und nicht, dass man die besten Sendungen streicht.
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