07.10.2020

Aus von «52 Beste Bücher»

Topautoren wehren sich mit Protestbrief

SRF-Direktorin Nathalie Wappler bläst ein rauer Wind entgegen. Zahlreiche Autorinnen und Autoren kritisieren in einem offenen Brief die Streichung von «52 Beste Bücher» – darunter renommierte Namen wie Martin Suter, Peter Stamm, Sibylle Berg, Ruth Schweikert oder Jonas Lüscher.
Aus von «52 Beste Bücher»: Topautoren wehren sich mit Protestbrief
Nathalie Wappler (SRF-Direktorin) bekommt Widerstand zu spüren: Sibylle Berg, Peter Stamm, Jonas Lüscher und Ruth Schweikert haben den Protestbrief unterzeichnet. (Bilder: Keystone)
von Michèle Widmer

Direktorin Nathalie Wappler hat am Dienstag ein umfassendes Sparprogramm von SRF vorgestellt (persoenlich.com berichtete). Nebst einem Stellenabbau werden verschiedene Sendungen aus dem Programm gekippt – darunter die Radiosendung «52 Beste Bücher».

Gegen die Streichung der Literatursendung formiert sich nun ein Protest. Namhafte Autorinnen und Autoren wenden sich in einem offenen Brief an die SRF-Leitung und fordern diese auf, «ihre Entscheidung zu überdenken oder allenfalls adäquate Sendeplätze zu schaffen, auf denen Literatur den Platz bekommt, den sie braucht». Unterzeichnet haben den Brief, der an Nathalie Wappler gerichtet ist, über 20 renommierte Autorinnen und Autoren – darunter Martin Suter, Peter Stamm, Thomas Hürlimann, Ruth Schweikert, Sibylle Berg, Adolf Muschg, Jonas Lüscher oder Christian Kracht.

«Das angekündigte Ende von ‹52 Beste Bücher› trifft zum einen Ihre äusserst professionellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit denen wir seit vielen Jahren zusammengearbeitet haben, es trifft aber auch uns Autorinnen und Autoren, denen damit eine wichtige Plattform wegbricht», heisst es im Brief, der persoenlich.com vorliegt. Die Sendung sei «ein Privileg, um das uns viele ausländische Kolleginnen und Kollegen beneidet haben.» Man könne und wolle nicht glauben, dass Radio SRF besser aus der Krise komme, indem es auf eine Sendung wie «52 Beste Bücher» verzichtet.

«Eine spontane Idee»

Initiiert hat den offenen Brief der Schriftsteller Alain Claude Sulzer. «Es war eine spontane Idee, nachdem die Absetzung von ‹52 Beste Bücher› bekannt wurde», sagt er auf Anfrage von persoenlich.com. Er habe zwei Handvoll Autoren angefragt, ob sie dabei wären, einen solchen Brief zu schreiben, und ausnahmslos alle hätten unterschrieben.

Widerstand bekommt Nathalie Wappler nicht nur aus der Literaturbranche zu spüren. Auch Vertreterinnen und Vertreter der Kirche kritisieren die Streichung von Radiosendungen. Dort sind es zwei aus der Sparte «Religion und Glaube»: «Zwischenhalt» und «Blickpunkt Religion».



Newsletter wird abonniert...

Newsletter abonnieren

Wollen Sie Artikel wie diesen in Ihrer Mailbox? Erhalten Sie frühmorgens die relevantesten Branchennews in kompakter Form.

Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Kommentarfunktion wurde geschlossen

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Zum Seitenanfang20211128

Die Branchennews täglich erhalten!

Jetzt Newsletter abonnieren.