Seit 1968 gibt es das Mittags-Magazin "Rendez-Vous" bei Radio SRF, welches auf tagesaktuelle Nachrichten und Hintergrundberichte spezialisiert ist. Jeweils um 12.30 Uhr von Montag bis Freitag ertönte dabei das bekannte Signet, welches nun der Vergangenheit angehört.
Neu geht die Sendung noch näher an die Protagonisten heran, stellt handelnde Akteure und Betroffene in den Mittelpunkt der Reportagen und Beiträge. "Zu dieser inhaltlichen Akzentuierung gehört auch eine Anpassung des Klangkleids, zumal das Profil einer Sendung stark durch deren Sound geprägt wird", sagt Redaktionsleiter Mark Livingston auf Anfrage von persoenlich.com. Zu einer "zeitgemässen Informationssendung" gehöre auch ein "zeitgemässes Signet".
Mikrofon aus dem Zweiten Weltkrieg
Das neue musikalische Kleid der Mittagssendung (vgl. Hörprobe unten) wurde im Volkshaus Basel mit Orchestermusikern eingespielt.

Dafür setzte man sogenannte "Hitler Flaschen" ein, Mikrofone aus dem Zweiten Weltkrieg (vgl. Hauptbild), welche auch schon Frank Sinatra benutzte. Doch weshalb setzte man bei der Produktion des neuen Signets eine derart alte Technik ein? Man wollte doch "zeitgemäss" daherkommen?

Daniel Dettwiler (vgl. Bild oben im Vordergrund), Komponist und Tonmeister des verantwortlichen Audio-Design-Unternehmens Idee und Klang, erklärt: "Alte Mikrofone sind in Bezug auf die emotionale Wirkung von übertragener Musik besser als moderne Mikrofone. Ähnlich wie von vielen Musikern alte Instrumente bevorzugt werden, ermöglichen historische Röhrenmikrofone berührendere Aufnahmen und werden von Tonmeistern, welche Wert auf Klangqualität legen, oft bevorzugt."
Auch bei den Zuhörern scheint die aufwendige Produktion gut anzukommen. In der Sendung "Einstein" wurde Leuten auf der Strasse das Original-Signet und danach dasselbe mit Computer-Tönen vorgespielt. Alle kommen zum gleichen Schluss: Die Version mit der Orchester-Musik sei feiner und lebendiger. (ml)
Bilder: SRF

