23.03.2015

Spiegel

"Nicht ein zu eins auf Website"

Chefredaktor Klaus Brinkbäumer geht die Konvergenz vorsichtig an.
Spiegel: "Nicht ein zu eins auf Website"

Seit 22 Jahren arbeitet Klaus Brinkbäumer bereits für den "Spiegel". Er begann als Sportredaktor, wurde Korrespondent in New York, war seit 2011 stellvertretender Chefredaktor uns sitzt nun seit zwei Monaten auf dem Chefsessel.

In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" spricht er über die anstehende Paywall, die Konvergenz zwischen Print und Online und für welche Inhalte die Leser auch online bezahlen.

So soll der "Spiegel" in Zukunft auf kuratierte Inhalte setzen. Das Bedürfnis danach hätten Analysen zu Tage gebracht. Wichtig sei auch die Nähe zu den Lesern, die Erreichbarkeit der Redaktion und dass Artikel über Social Media verbreitet werden können.

Erkenntnisse, die nicht neu sind. Von Interesse dürfte jedoch das angestrebte Konvergenz-Konzept des "Spiegels" sein: Obwohl der Titel über eine Print-, eine Online- und eine TV-Redaktion verfügt, stehe keine komplette Verschmelzung der Gefässe an: "Ein Wochenmagazin dieser Qualität, wie es der Spiegel ist, muss man nicht eins zu eins auf einer Website abbilden", sagt Brinkbäumer. Eher wolle er die Unterschiede nutzen um die Marke zu schärfen.

Kein Vorhängeschloss vor der Homepage

Noch dieses Jahr soll eine Paywall für "Spiegel online" eingerichtet werden. Was im Bezahlangebot angeboten werde und was weiterhin zur freien Verfügung stehe, sei jedoch noch nicht entschieden. Denkbar sei ein Flatrate-Modell, aus dem man "leicht wieder herauskommt".

Auch sei es möglich, dass künftig einzelne Print-Artikel online und gegen Bezahlung publiziert würden: "Es gibt viele jüngere Leser, denen das Abo zu teuer ist, der Einzelverkauf auch, die aber einzelne Geschichten haben wollen."

Der neue Samstagsverkauf funktioniere sehr gut, insbesondere an Verkaufsstellen wie Bäckereien, Discounter und Supermärkten. Dass Online Print eines Tages überflügelt, nennt Brinkbäumer ein realistisches Szenario. Beispiele wie "Stern", "Spiegel" und "Focus" zeigten aber, dass "nicht alles Gedruckte so selbstverständlich dem Untergang geweiht ist." (lcv)

Bild: Spiegel Gruppe


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