Wie die Verantwortlichen der SWS Medien AG an der Generalversammlung bekannt gaben, verlieren der Seetaler Bote (SB) und der Willisauer Bote (WB) jährlich zwischen 150 und 300 Abonnements. Geschäftsführer Edi Lindegger erklärte den Rückgang nicht mit mangelnder journalistischer Qualität, sondern mit dem Generationenwechsel. Darum müsse sich der Verlag «vom reinen Zeitungsverlag zu einem modernen regionalen Medienhaus weiterentwickeln», wie der Geschäftsführer in einem Artikel in eigener Sache zitiert wird.
David Koller, der publizistische Leiter des Verlags, kündigte an der Generalversammlung an, das Online-Angebot deutlich auszubauen: Artikel sollen bereits vor dem Erscheinen der Printausgabe auf der Website verfügbar sein. Zudem werde KI vermehrt für Bildbearbeitung, Textkürzungen und redaktionelle Vorarbeiten eingesetzt. Ab September wollen Seetaler Bote und Willisauer Bote noch enger kooperieren, um mehr Inhalte für die digitalen Kanäle bereitstellen zu können.
Der Unternehmenserfolg beläuft sich 2025 auf 68'000 Franken. Die Dividende bleibt bei sechs Franken pro Aktie, gleich viel wie im Vorjahr. Bei den Einnahmen zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Abo-Erträge übertrafen das Budget dank Preiserhöhungen um 40’000 Franken (WB: plus 34'000 / SB: plus 6000 Franken). Die Inserateerlöse hingegen lagen 76'000 Franken unter Budget (WB: minus 66'000 / SB: minus 10'000 Franken) – vor allem weil Werbekunden vermehrt nur in einem der beiden Titel buchten statt titelübergreifend. Der gemeinsame Inserateverbund der Luzerner Regionalzeitungen, dem SB und WB angehören, schloss dagegen auf Budget und deutlich über Vorjahr ab.
Ebenfalls an der GV bekannt gegeben wurde der Umzug der Hochdorfer Redaktion des Seetaler Boten per Mitte Juni auf das Südiareal. Die Willisauer Redaktion war bereits im Sommer 2025 in ein renoviertes Gebäude zurückgekehrt; ein benachbarter Neubau mit institutionellen Mietern und Wohnungen wurde mit Kosten rund sechs Prozent unter dem Voranschlag abgeschlossen.
Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurde Veronika Bühler-Voney, Kommunikationsfachfrau und Gemeinderätin aus Eschenbach.
Im Zuge der Neuausrichtung trennt sich das Unternehmen von seiner Beteiligung an der Agentur Visionaer und fusioniert alle Tochtergesellschaften zur SWS Medien AG. (nil)

