ProSiebenSat.1 will spätestens in drei Jahren nur noch jeden zweiten Euro mit Fernsehwerbung erlösen. Dank rasant wachsender Geschäfte im Onlinehandel und der Produktion von Sendungen für andere Anbieter soll die Abhängigkeit von den schwankenden Reklamebudgets der Wirtschaft drastisch verringert werden.
"Damit wird die Gruppe ihre Umsatzbasis noch stärker diversifizieren und bis 2018 rund 50 Prozent der Erlöse ausserhalb des klassischen TV-Werbegeschäfts erzielen", teilte der deutsche Konzern am Donnerstag an seinem Kapitalmarkttag mit. Noch kommen fast zwei Drittel des Geldes aus den Verkauf von Werbezeiten. Auch der Erzrivale RTL Group stützt sich überwiegend auf diese Erlösquelle.
Firmenchef Thomas Ebeling erhöhte zudem abermals die mittelfristigen Ziele des Konzerns. Dank Zuwächsen in allen Sparten, auch im Fernsehen, sollen Umsätze und Gewinne bis zum Jahr 2018 deutlich stärker steigen als bisher veranschlagt.
Deutlich mehr Umsatz und Gewinn
Der Umsatz werde bis auf rund 4,2 Mrd. Euro steigen. Bisher hatte ProSiebenSat.1 knapp 3,4 Mrd. Euro angepeilt. Der Betriebsgewinn soll nun im gleichen Zeitraum auf 1,1 Mrd. Euro zulegen. Damit fällt das Plus 100 Mio. Euro höher aus, als sich der Vorstand bisher maximal zugetraut hatte. Der Konzern setzte im vergangenen Jahr 2,9 Mrd. Euro um und fuhr operativ 847 Mio. Euro Gewinn ein.
Ebelings Erfolgsgeheimnis ist die Verknüpfung der TV-Sender mit den Hoffnungsträgern der Onlinewelt. Für Videoanbieter, Onlinespiele und Shopping-Plattformen zahlt ProSiebenSat.1 oft nur zweistellige Millionenbeträge und päppelt sie dann mit vergünstigten TV-Werbespots auf, so dass sie einem Millionenpublikum bekannt werden. (sda/reu)

