Nachrichtenagenturen sehen sich vermehrt mit Copyright-Problemen konfrontiert. Der Schutz der journalistischen Inhalte stand deshalb im Zentrum der Herbsttagung der Vereinigung Europäischer Nachrichtenagenturen (Eana), die am Donnerstag und Freitag in Genf stattfand.
Bild- und Textrechte von Nachrichtenagenturen werden weltweit immer häufiger verletzt. Suchmaschinen und Newsaggregatoren drohen das Geschäftsmodell der Agenturen zu gefährden, wenn keine Antworten auf diese neue Herausforderung gefunden werden. Die 32 Nachrichtenagenturen der Eana haben in Genf versucht, gemeinsame Strategien und Lösungswege aufzuzeigen.
Wegbrechende Erträge
Bei den klassischen Publikumsmedien brechen Erträge weg, weil die Digitalisierung den Schutz der Inhalte immer schwieriger macht und die Bereitschaft der Konsumenten, für diese Inhalte zu bezahlen, ständig sinkt.
Auch die Nachrichtenagenturen als News-Grosshändler sehen sich mit den veränderten Rahmenbedingungen konfrontiert. Ihre Inhalte werden immer häufiger ohne Abgeltung weiterverbreitet und ihre Urheberrechte werden verletzt. Damit wird längerfristig aber die Grundversorgung der Medien mit unabhängigen Informationen in Frage gestellt. Gesucht sind deshalb Lösungsansätze, um mit neuen nationalen und internationalen Playern wie News-Aggregatoren und Suchmaschinen Vereinbarungen zu finden, die eine korrekte Abgeltung der Rechte der Nachrichtenagenturen ermöglichen. Eana wird auf internationaler Ebene versuchen, diese Bestrebungen zu koordinieren und bei allfälligen internationalen Gesetzesänderungen die Interessen der Nachrichtenagenturen einzubringen.
Auszeichnung für PA
An der Herbsttagung wurde die Nachrichtenagentur PA mit Hauptsitz in London mit dem European News Agency Award 2013 ausgezeichnet. Die Agentur bekam den Preis für ihre Abdeckung der Olympischen Spiele in London. PA habe journalistisches Know-how und Spitzentechnologie intelligent kombiniert und multimediale Inhalte für nationale und internationale News-Plattformen zur Verfügung gestellt, hiess es in Genf. Der Preis ist mit 1'000 Euro dotiert. (sda)

