23.12.2024

SRG Deutschschweiz

Publikumsrat beendet Tätigkeit in bisheriger Form

Nach mehr als drei Jahrzehnten und über 600 Programm-Beobachtungen beendet der bisherige Publikumsrat der SRG Deutschschweiz seine Arbeit.
SRG Deutschschweiz: Publikumsrat beendet Tätigkeit in bisheriger Form
Der Publikumsrat in seiner bisherigen Zusammensetzung. (Bild: SRF/Roberto Crevatin)

Das Gremium, das die Programme von SRF kritisch beobachtet, verabschiedete sich im Dezember mit einer Analyse der SRF-Themenwoche zur Künstlichen Intelligenz. Ab 2025 wird der Publikumsrat unter gleichem Namen, aber mit neuem Konzept und Team fortgeführt, wie die SRG Deutschschweiz in einer Medienmitteilung schreibt.

Neue vierköpfige Leitung gewählt

Der Regionalrat der SRG Deutschschweiz hat für die Neuausrichtung bereits im September 2024 ein vierköpfiges Leitungsteam gewählt. Diesem gehören die Kommunikations- und Finanzexpertin Arbela Statovci, die Kommunikationswissenschaftlerin Eveline Hipeli, der Politikwissenschaftler Nicolas Solenthaler sowie der Ombudsmann Christof Thurnherr an.

Die Transformation des Publikumsrats wurde vom Regionalvorstand im Juni 2022 initiiert. Nach der Verabschiedung der Eckpunkte im Juni 2023, stimmte der Regionalrat im Dezember 2023 der notwendigen Statutenrevision zu. Über die Neuerungen will das Gremium im Frühjahr 2025 informieren, wie die Geschäftsstelle der SRG Deutschschweiz auf Anfrage mitteilt.

KI-Schwerpunkt von SRF unter der Lupe

In seiner letzten Sitzung unter der bisherigen Struktur befasste sich das scheidende Gremium mit der SRF-Themenwoche «KI und wir» vom 17. bis 24. November. Den Kern bildete eine Live-Sendung aus der ETH im Format «Einstein-Spezial». Das Thema wurde zudem in verschiedenen Nachrichtensendungen, in Magazinen wie «Puls», «Rundschau» und «Kulturplatz» sowie in Dokumentarfilmen und Radiodiskussionen behandelt. Eine eigene Webseite ergänzte das Angebot.

Nach Einschätzung des Publikumsrats gelang es SRF, Künstliche Intelligenz durch praktische Beispiele für ein breites Publikum nachvollziehbar zu machen. Die Berichterstattung zeigte Einsatzmöglichkeiten in Forschung, Medizin und Technik, aber auch in Kunst und Philosophie. Das Gremium würdigte die thematische Breite der Berichterstattung auf allen Kanälen. Einige Ratsmitglieder vermissten jedoch Aspekte wie Nachhaltigkeit und Energieverbrauch sowie Debatten über gesellschaftliche und politische Auswirkungen der KI-Nutzung, besonders im Medienbereich und bei SRF selbst.

Der Publikumsrat lobte den transparenten Umgang von SRF mit KI-Anwendungen und die Einhaltung strenger Leitlinien. Allerdings hätten sich die Mitglieder mehr Informationen gewünscht, wie Redaktionen gefälschte Bilder oder Nachrichten erkennen und wie häufig solche Manipulationsversuche vorkommen. (pd/nil)


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