Das Haus eines pakistanischen Reporters der "New York Times" ist in Islamabad von paramilitärischer Polizei durchsucht worden. Die "Rangers" genannten Sicherheitskräfte seien ohne Durchsuchungsbeschluss in sein Haus in Islamabad eingedrungen, sagte der Reporter Salman Masood am Dienstag. Ihm sei gesagt worden, ein Durchsuchungsbeschluss sei nicht notwendig. Die "zehn bis zwölf Männer" hätten auch die Schubladen seines Schreibtisches durchsucht.
Der pakistanische Innenminister Chaudhry Nisar Ali Khan ordnete am Nachmittag (Ortszeit) eine Untersuchung des Vorfalls an. Solche Operationen seien "unter keinen Umständen akzeptabel", sagte er. Rangers werden in Pakistan im Kampf gegen den Extremismus eingesetzt. Unter dem seit Dezember 2014 geltenden Nationalen Plan gegen den Terrorismus sind ihre Befugnisse stark ausgeweitet worden. Der Plan war in Kraft getreten, nachdem vor einem Jahr pakistanische Taliban 136 Schulkinder getötet hatten.
Die Hausdurchsuchung rief bei pakistanischen und internationalen Journalisten Empörung hervor. Salman Masood berichtet für die "New York Times" und die pakistanische Tageszeitung "The Nation". Er arbeitete auch mit dem 2013 wegen "unerwünschter Aktivitäten" aus Pakistan ausgewiesenen "New-York-Times"- Korrespondenten Declan Walsh. (sda)

