Die Schweizerische Erhebungsstelle für die Radio- und Fernsehabgabe Serafe hat im vergangenen Jahr laut der NZZ am Sonntag 1,1 Millionen Mahnungen verschickt – ein neuer Rekord. Mehr als jeder vierte Schweizer Haushalt erhielt damit im Schnitt eine kostenpflichtige Zahlungsaufforderung. Auch die Zahl der eingeleiteten Betreibungen etablierte sich bei über 110'000 auf hohem Niveau.
Serafe begründet dies mit besseren Adressdaten. In Absprache mit dem Bundesamt für Kommunikation (Bakom) habe man anfangs bewusst auf ein restriktives Inkasso verzichtet. Die Einnahmen aus Mahn- und Betreibungsgebühren haben sich dadurch innerhalb von fünf Jahren versechsfacht – von 0,9 auf knapp 6 Millionen Franken. 2025 erzielte Serafe einen Reingewinn von 4,5 Millionen Franken.
Über die Verwendung dieser Gewinne ist hinter den Kulissen ein Streit entbrannt. Mehrere Minderheitsaktionäre, darunter Ex-CEO Daniel Schweizer, bemängelten, dass die Gewinne nicht an sie weitergereicht wurden, sondern an die Elca Group des Waadtländer Unternehmers Cédric Moret flossen. Sie haben ihre Aktien inzwischen verkauft. (pd/cbe)

