Nach dem Eklat beim Verband Schweizer Medien - der vorerst im Austritt Ringiers endete - steht Hanspeter Lebrument vor einem Scherbenhaufen. Einen Tag nach dem Knall will der Verlegerpräsident die konkreten Auswirkungen nicht im Detail beziffern, denn er hofft, die zerstrittenen Parteien –Tamedia auf der einen Seite und Ringier auf der anderen Seite – mittels vermittelnder Gespräche besänftigen zu können. "Wenn ein so wichtiges Mitglied wie Ringier aus dem Verband austritt, dann ist das gravierend", sagte Lebrument am Telefon gegenüber persoenlich.com.
Er nehme diese Austrittserklärung Ringiers zur Kenntnis, wolle aber mit Pietro Supino und vor allem mit Michael Ringier und Marc Walder das Gespräch suchen, um eine einvernehmliche Lösung zu finden. Auch dass Marc Walder nicht am Verlegerkongress von Mitte September in Interlaken teilnehmen will, ist für Lebrument noch nicht in Stein gemeisselt. "Ich nehme an, dass das Programm samt allen angekündigten Podien durchgeführt wird, wie geplant. Natürlich würde es mich enorm freuen, wenn auch Marc Walder dabei sein würde, um das Podium zu nutzen und seine Meinung darzulegen.“
Ringier hatte am Donnerstagnachmittag überraschend angekündigt, aus dem Verband auszutreten. Dies aufgrund „unüberbrückbarer Differenzen mit einzelnen Mitgliedern im Präsidium des Verbandes". Der Entscheid hängt mit dem Zusammenschluss von Ringier, SRG und Swisscom in der Vermarktung zusammen, welcher am Dienstag bei einer Sitzung des Verbandes kontrovers diskutiert worden war.
Auch wenn Ringier seinen Austritt als "per sofort" bekannt gab und bis Ende August 2015 schriftlich kündigen würde, so rasch ist Ringier nicht von den Verpflichtungen entbunden. Lebrument erklärt: "Der formale Austritt erfolgt gemäss Reglement auf Ende 2016". (eh)

