Die Kaderleute der SRG gehen nicht mit 65, sondern mit 62 Jahren in Pension – und beziehen eine volle Rente. Dass diese Regelung grosszügig und nicht mehr ganz zeitgemäss ist, hat die Geschäftsleitung der SRG eingesehen und daher eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Wie die "NZZ am Sonntag" schreibt, soll diese bis Ende Jahr Vorschläge präsentieren, wie das Pensionsalter der Kaderleute angepasst werden soll. Es zeichnet sich eine Flexibilisierung ab: Mit 62 in Rente zu gehen, bleibt möglich, allerdings nur mit einer tieferen Pension. Das ordentliche Pensionsalter wird auf 65 angehoben. Nicht alle hören aber in diesem Alter auf zu arbeiten – mit der Einwilligung der Vorgesetzten sollen Arbeitspensen bis zum 70. Altersjahr möglich sein. Diese Regelung dürfte nicht nur für das Führungspersonal, sondern für alle Mitarbeiter der SRG gelten.
Bereits recht nahe am bisherigen Pensionsalter der SRG-Kaderleute sind der Generaldirektor Roger de Weck und Rudolf Matter, der Chef von Schweizer Radio und Fernsehen. Beide sind seit Anfang 2011 in ihren Ämtern, beide feiern im kommenden Oktober den 60. Geburtstag. Würden sie mit 62 abtreten, müssten sie den Verwaltungsrat bald darüber in Kenntnis setzen.
Werden wohl nicht bereits 2015 abtreten
Laut NZZaS haben aber weder der SRG-Chef noch Rudolf Matter bisher Signale ausgesandt, dass sie 2015 abtreten wollen. Im Gegenteil geben intern beide zu verstehen, dass sie noch länger als zwei Jahre in ihren Ämtern bleiben wollen. Informelle Gespräche mit dem Verwaltungsrat der SRG haben stattgefunden. De Weck sehe sich am Anfang seines Weges, heisst es. Gegen eine Verlängerung seiner Amtszeit würde der Verwaltungsrat nach derzeitigem Stand keine Einwände vorbringen.
Für Rudolf Matter ist es eine Erleichterung, dass die Zahlen zur Fernsehnutzung, die nach einer neuen Methode erhoben werden, für das Schweizer Fernsehen keinen Einbruch bedeuten. Mit der Krimiserie "Der Bestatter" ist dem Schweizer Fernsehen eine Eigenproduktion gelungen, die sowohl vom Publikum als auch von Kritikern wohlwollend aufgenommen wurde. Um die Zusammenlegung von Radio und Fernsehen voranzutreiben, planen Matter und de Weck einen Neubau auf dem Leutschenbachareal. Das Radiostudio Brunnenhof in Zürich soll hingegen aufgegeben werden. Bis das Vorhaben umgesetzt ist, wird es Jahre dauern. De Weck arbeitet derweil daran, das Programmangebot der SRG im Internet stark auszubauen.
Pensionierungsalter 65 soll Regel werden
Das neue SRG-Reglement zum Pensionsalter könnte auf Anfang 2015 in Kraft gesetzt werden. De Weck und Matter müssten in diesem Fall keine ausserordentlichen Verlängerungen ihrer Amtszeiten beantragen – bis ins Alter von 65 zu arbeiten, wäre dann die Regel für Kaderleute. Sogar eine Fortsetzung des Engagements bis 70 wird möglich, so die NZZaS. (NZZaS)

